Was ist eigentlich Low Code in der Industrieversicherung? Ein Überblick.

Die auf der Veranstaltung CosmoHub aufgezeichnete Präsentation bietet Einblicke in das Konzept der Low-Code-Entwicklung und ihre Anwendung in der Versicherungsbranche. Die Softwareentwicklung in der Industrieversicherung steht vor einzigartigen Herausforderungen aufgrund hoher Individualisierung und geringem Transaktionsvolumen. Der (Enterprise) Low-Code-Ansatz kombiniert individuelle Software-Entwicklung mit Low-Code-Funktionen in einer integrierten, sicheren und robusten Weise. Dies ermöglicht es Fachabteilungen ohne tieferes IT-Wissen die Beteiligung an der Anwendungsentwicklung und Einhaltung organisatorischer Prozesse.

Kurz & knapp

  • Einblicke in das Konzept der Low-Code-Entwicklung und Anwendung in der Versicherungsbranche
  • Herausforderungen der Softwareentwicklung in der Branche
  • Praktische Beispiele der Low-Code-Implementierung mit Schwerpunkt Datenmodellierung, Benutzeroberflächen und Dokumentenerstellung

 

Herausforderungen bei der Softwareentwicklung in der Industrieversicherung

Die Versicherungsbranche stellt aufgrund der hochgradig individualisierten Prozesse und des im Vergleich zu anderen Branchen geringen Transaktionsvolumens einzigartige Herausforderungen dar. Diese Individualität erfordert die Entwicklung spezialisierter Softwarelösungen, was zu hohen Kosten und komplexen Entwicklungsprozessen führt. Auch Kommunikationslücken zwischen den Beteiligten und den Entwicklern können zu Missverständnissen und Verzögerungen führen.

Entwicklung von Low-Code-Plattformen

Low-Code-Plattformen sind als Lösung zur Rationalisierung von Softwareentwicklungsprozessen entstanden. Diese Plattformen ermöglichen die Erstellung von Webanwendungen, insbesondere für standardisierte Fälle, und ersetzen kleine Excel-basierte Lösungen. Die etablierten Akteure auf dem Markt bieten zwar zuverlässige Low-Code-Tools an, doch gibt es Einschränkungen bei der Anpassung und Integration. Unternehmen sollten eine übermäßige Abhängigkeit von externen Plattformen vermeiden, um die Kontrolle über ihre digitale Transformation zu behalten.

Enterprise Low-Code für Versicherer und Makler

Der Enterprise-Low-Code-Ansatz kombiniert individuelle Entwicklung mit Low-Code-Funktionen in einer integrierten, sicheren und robusten Weise. Er ermöglicht es Nicht-IT-Fachleuten, sich an der Anwendungsentwicklung zu beteiligen und gleichzeitig organisatorische Prozesse, Compliance und Governance einzuhalten. Low-Code-Plattformen zeichnen sich durch Datenmodellierung, Benutzeroberflächen und Dokumentenerstellung aus, insbesondere bei der Erfassung von Risikobeschreibungen, Deckungsdetails und Fragebögen.

Definieren und Hinzufügen von Feldern: Datenmodellierung und Benutzerschnittstellen

Low-Code-Plattformen erleichtern die Datenmodellierung durch die Definition von strukturierten Feldern, die die flexible Erfassung verschiedener Informationen ermöglichen, die für Versicherungsunternehmen erforderlich sind, z. B. Partnerdetails und Risikodaten. Benutzeroberflächen können auf der Grundlage von Rollen und Berechtigungen angepasst werden, um sicherzustellen, dass den verschiedenen Beteiligten relevante Informationen angezeigt werden. Visuelle Editoren, die an Excel erinnern, vereinfachen Änderungen, einschließlich mehrsprachiger Unterstützung und bedingter Logik für die Validierung von Dateneingaben.

Dokumentenerstellung

Die Dokumentenerstellung, ein wichtiger Aspekt des Versicherungsbetriebs, profitiert erheblich von der Low-Code-Entwicklung. Plattformen nutzen Tools wie Microsoft Word, indem sie Platzhalterfelder integrieren, um Daten aus den zugrunde liegenden Modellen automatisch auszufüllen. Komplexe Strukturen, wie Listen von Objekten, Standorten und Führungskräften, können in diesen Dokumenten effizient verwaltet werden. Das bedingte Rendering ermöglicht die dynamische Anzeige von Inhalten und sorgt so für eine korrekte Ausgabe in Policen, Angeboten und Verlängerungen.

Implementierungsprozess: Schrittweiser Aufbau von Fachwissen über die Werkzeuge und die Modellierung von Datenstrukturen

Die Einführung der Low-Code-Entwicklung erfordert Schulungen, um Nicht-IT-Fachabteilungen mit den Werkzeugen vertraut zu machen und einen routinemäßigen Arbeitsablauf zu etablieren. In gemeinsamen Modellierungssitzungen werden über mehrere Monate hinweg schrittweise Modelle für Risikofragebögen und Produktspezifikationen erstellt. Der Zeitrahmen hängt von der Komplexität und dem Grad des organisatorischen Engagements ab. Im Allgemeinen können Versicherungsunternehmen und Makler in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten durch die Einführung von Low-Code erhebliche Digitalisierungsmöglichkeiten erreichen.

 

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