Wie funktioniert die Softwareentwicklung mithilfe einer Low Code-Plattform? Inwieweit unterscheiden sich verschiedene Low Code-Ansätze? Mit Fragen wie diesen haben sich Studierende der RWTH Aachen auseinandergesetzt, die im Sommersemester 2021 die Veranstaltung „Model-Driven Low-Code Platforms“ des Lehrstuhls für Software Engineering besucht haben.

Ende Juli war es so weit, die Teams des Programmierpraktikums „Model-Driven Low-Code Platforms“ an der RWTH Aachen präsentierten ihre Ergebnisse. Vorausgegangen waren ein paar intensive Wochen, in denen sich die die Teilnehmenden intensiv mit verschiedenen Spielarten der Low Code Programmierung beschäftigt hatten.

Im Laufe der Veranstaltung sollten die Studierenden einen Webstore entwickeln, der nach dem Vorbild eines einfachen Warenautomats eine überschaubare Reihe von Produkten anbietet – zum Beispiel Softdrinks, Snacks und Schokoladenriegel. Dabei sollte die Web-Anwendung von jedem Team gleich zweimal entwickelt werden – und zwar jeweils mithilfe unterschiedlicher Plattformen. Zum Einsatz kamen die Enterprise Low Code Plattform A12 von mgm sowie der vom Lehrstuhl entwickelte Monticore-based Generator for Enterprise Management (MontiGem). Eine Hauptaufgabe bestand darin, die unterschiedlichen Ansätze der Plattformen zu vergleichen und die Erfahrungen bei der Entwicklung zu dokumentieren.

Zwei Ansätze, ein Ziel: die Zukunft der Softwareentwicklung

„Für die Studierenden war es eine große Herausforderung, sich innerhalb von ein paar Wochen in die zwei Plattformen einzuarbeiten, die auf unterschiedlichen Technologie-Stacks basieren und jeweils andere Ansätze der Modellierung und Code-Generierung verfolge“, sagt Joel Charles, Promovend am Lehrstuhl für Software Engineering der RWTH Aachen, der die Veranstaltung gemeinsam mit einem Kollegen betreute. „Die Erkenntnisse zum Vergleich der Plattformen werten wir aktuell aus, um sie mit der wissenschaftlichen Community teilen zu können.“

Der Einsatz von A12 in dem Programmierpraktikum fand im Rahmen einer Hochschulkooperation zwischen mgm und dem Lehrstuhl für Software Engineering der RWTH Aachen statt. Die Kooperation läuft seit Anfang 2020 und zielt auf den engeren Austausch von Industrie und Forschung im Bereich der modellbasierten Softwareentwicklung.

Das Programmierpraktikum an der RWTH Aachen war nicht die einzige Lehrveranstaltung, bei der A12 im Sommersemester 2021 zum Einsatz kam. An der Uni Siegen nutzten Studierende die Modellierungswerkzeuge von A12 in einer Case Study für die Entwicklung steuerlicher Expertensysteme.

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