Parametrische Versicherungen sind in der Branche nicht neu – es gibt sie bereits seit den 1990er Jahren. Hauptsächlich wurden damit naturbedingte Risiken wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Wirbelstürme versichert (z. B. im Rückversicherungsbereich mit Cat Bonds). Das Besondere hierbei: Parametrische Versicherungen funktionieren anders als klassische Policen, bei denen im Schadensfall oft zahlreiche Akteure beteiligt sind, die komplexe Sachverhalte prüfen und langwierige Gutachten durchführen müssen.

Kurz & knapp:

  • Digitalisierung ist Treiber von Parametrischen Versicherungen.
  • Sie decken neue Risiken wie IT-Ausfallzeiten oder Cyberangriffe ab.
  • Digitale, parametrische Versicherungen können in flexibel erweiterbaren, digitalen Underwriting-Plattformen abgebildet werden

Parametrische Versicherungen sind ereignisabhängig und basieren auf nicht manipulierbaren Messgrößen. Der Schadensfall wird automatisch ausgelöst, wenn bestimmte, vorher definierte Parameter eintreten – egal, ob dabei tatsächlich ein Schaden verursacht wird oder nicht. Diese Ereignisse werden in der Versicherungsbranche Trigger genannt und müssen durch unabhängige Dritte, wie beispielsweise einen Wetterdienst oder eine TÜV-Prüfstelle, definiert werden. Tritt der Schadensfall ein, entfällt die Schadensprüfung und der vorher definierte Betrag wird umgehend an den Versicherungsnehmer ausbezahlt. So werden nicht nur Kosten gespart, die bei einer Schadensregulierung auftreten, sondern auch Zeit bei der Auszahlung. Durch die vorab definierte, fixe Auszahlungssumme entsteht aber auch eine Entkopplung vom konkreten Schaden und Teile des Risikos verbleiben beim Kunden.

Neue Risiken lassen Versicherungslücken entstehen

Die Gründe für die schnelle Zunahme von Anbietern Parametrischen Versicherungen in den letzten Jahren sind vielfältig. Zum einen ermöglicht die zunehmende Digitalisierung den Zugriff auf immer mehr Datenquellen und den Fortschritt in der Datenanalyse durch KI. Zum anderen entstehen aber auch neue Risiken wie Cyberangriffe oder IT-Ausfallzeiten und stellen die Versicherungsbranche vor neue Aufgaben, um entstehende Deckungslücken zu vermeiden. Hier bieten digitale Parametrische Versicherungen großes Potenzial, um die Bedürfnisse der Kunden bezüglich Versicherungslücken und transparenten Versicherungen zu erfüllen.

Digitale Lösungen setzen neue Standards im Markt

Laut dem Global Insurtech Market Report aus dem Jahr 2020 hat sich die Digitalisierung in der Industrie, bedingt durch die aktuelle Pandemie, rasant weiterentwickelt. Davon können auch Versicherungen profitieren – sofern sie die Chance nutzen und sich digital aufstellen. Aktuell haben sich verschiedene, kleinere Anbieter mit digitalen, parametrischen Produkten am Markt positioniert. Die Versicherungsangebote reichen von Transportversicherungen verderblicher Güter über Ausfallversicherungen für Webseiten und Online-Shops bis hin zu Angeboten zum pandemiebedingten Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten in einer bestimmten Region. Versichert werden können letztlich alle Risiken, die sich mit Hilfe von Daten überwachen lassen.

Industrieversicherer und Makler, die flexibel erweiterbare, digitale Underwriting-Plattformen einsetzen, können mit parametrischen Deckungskonzepten ihr digitales Produktportfolio um ein attraktives Angebot erweitern.

Bildquelle: Pietro Jeng on Unsplash

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