Podcast: Die OZG-Cloud für Kommunen – Features und Vorteile

Im Gespräch: Marco Lawrenz, Principal Consultant und Scrum Master, und Christian Thomsen, Product Owner
Moderation: Stella Meyer, Consultant
Länge: 24 Minuten

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Kurz & Knapp:

  • Die OZG-Cloud ist eine innovative Lösung für die digitale Transformation in den Kommunen. Sie bietet eine Vielzahl von Funktionen, die den Kommunen helfen, ihre Anträge digital zu bearbeiten und rechtssicher zu kommunizieren.
  • Die Cloud-Infrastruktur ermöglicht eine hochautomatisierte und skalierbare Umsetzung, die den Betrieb für die Kommunen erleichtert.
  • Die OZG-Cloud wird bereits von einigen Bundesländern genutzt und hat das Potenzial, zur Standardlösung für die digitale Transformation in den Kommunen zu werden.

Transkript

Stella Meyer: Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Innovation Implemented, dem mgm-Podcast zu Themen der digitalen Transformation. Kurz zu mir, mein Name ist Stella Meyer, Ich arbeite als Beraterin im Bereich der öffentlichen Verwaltung und genauer gesagt im Projekt der OZG-Cloud, über die ich heute mit meinen Kollegen Christian Thomsen und Marco Lawrenz sprechen werde. Bevor wir jetzt gleich thematisch einsteigen, stellt euch beide doch mal ganz kurz vor. Christian, vielleicht magst du beginnen.

Christian Thomsen: Sehr gerne. Ich bin der Product Owner der OZG-Cloud, komme eigentlich aus dem technischen Bereich und habe jetzt aber mit dem Wachsen des Projektes auch so ein wenig die strategische Treiberfunktionen eingenommen.

Marco Lawrenz: Mein Name ist Marco Lawrenz. Ich bin Principal Consultant bei mgm, habe im Projekt OZG-Cloud aktuell gerade die Rolle des Scrum Masters inne, mit der ich das Entwicklungsteam steuere und unterstütze Christian und Stella bei den ganzen strategischen Fragen in Präsentationen, Messen, Kongressen. Wir bilden so eine Art Leitungsteam, würde ich sagen, für das gesamte Projekt.

Stella: Sehr schön. Danke euch beiden. Kurz zur Erklärung, ich werde in dem Podcast jetzt mal die Rolle einer Sachbearbeiterin in einer Kommune einnehmen und euch die Fragen stellen und ihr könnt sie dann sehr gut beantworten. Dann fangen wir direkt mal an. Projekt OZG-Cloud.

Wie ist das Ganze überhaupt entstanden? Das gibt es ja schon ein bisschen länger. Christian, vielleicht magst du anfangen.

Christian: Gerne. Also angefangen hat alles mit dem Onlinezugangsgesetz, was 2017 verabschiedet wurde. In diesem Gesetz steht drin, dass bis zum 31.12.2022, also fünf Jahre später, alle staatlichen Stellen die wesentlichen Leistungen, also 99 Prozent der Leistungen, die sie anbieten, auch digital anzubieten haben. Wie wir in der Zwischenzeit alle wissen, hat das nicht so ganz flächendeckend geklappt, also eher gar nicht. Das heißt aber nicht, dass wir nicht 2020 frohen Mutes gestartet waren. Da haben nämlich die Kommunen in Schleswig-Holstein entdeckt, dass noch gar nicht so viel passiert ist in den drei Jahren, in denen es das Gesetz gab. Die sind dann auf den ITVSH, das ist ein Zweckverband für die Unterstützung der Digitalisierung im kommunalen Bereich, also genau der richtige Ansprechpartner. Da sind die Kommunen hingegangen und haben gesagt, was macht ihr denn für uns? Die wiederum sind dann auf uns zugegangen, auf die mgm und so ist es dann nicht zugekommen, dass ich mit den Kommunen sprechen konnte und erst mal fragen konnte, was wird denn gebraucht aus der Sicht der Kommunen. Die haben dann gesagt, also Online-Formulare haben wir eigentlich in verschiedenen Technologien, Die wollen wir auch weiter benutzen.

Wir brauchen die Möglichkeit eines sogenannten Antrags-Backends, also dass die Stelle an der die Anträge einlaufen und rudimentär bearbeitet werden können. Und ganz wichtig dabei ist der bidirektionale Kommunikationsweg, und zwar in rechtssicherer Weise. Wie wir alle wissen, E-Mail ist definitiv nicht rechtssicher. Es gibt da die sogenannten Bürgerpostfächer und die sollten angebunden werden in diesem Antrags-Backend. Und wenn ihr das schon mal macht, dann macht es doch bitte so, dass nicht am 31.12.2022 da ein Deckel raufkommt, sondern wir erwarten, dass wir das Ganze sehr viel weitertreiben wollen, dass die Entwicklung weitergeht und bitte baut doch gleich eine Lösung, die dann auch zukunftsfähig ist und die nächsten Stufen des Onlinezugangsgesetzes, die es ja in der Zwischenzeit gibt, auch abbilden können. Die Lösung, die wir uns da haben einfallen lassen, das ist die sogenannte allgemeine Fachanwendung. Das ist dieses besagte Antrags-Backend und das läuft in einer Cloud, die wir ebenfalls gebaut haben.

Stella: Jetzt bist du schon ein bisschen auf die Komponenten der OZG-Cloud eingegangen. Könnt ihr vielleicht noch mal kurz anreißen, was die OZG-Cloud noch alles umfasst bzw. Was ich damit eigentlich alles machen kann?

Marco: Sehr gerne. Ich denke, das kann ich mal übernehmen und einfach mal davon sprechen, wie sich die OZG-Cloud eigentlich für einen Sachbearbeiter zeigt. Der Sachbearbeiter aktuell empfängt von vielen verschiedenen Stellen Online-Anträge. Online-Anträge zu unterschiedlichsten Anliegen. Da sind Anträge für die Hundesteuer, da sind Anträge für eine Gewerbeschein-Anmeldung.

Wir kennen diese ganzen Dienste aus den Bürgerämtern, die ja jeder Bürger immer mal besuchen muss, dort seine Anträge zu stellen. Jetzt ist es so, dass die OZG-Cloud im Prinzip einen Arbeitsplatz für einen Sachbearbeiter darstellt, mit dem ihr genau diese ganzen Anträge empfangen könnt und diese an die jeweiligen Stellen oder Systeme, die für die Bescheiderstellung genutzt werden, weiterleiten kann. Das heißt, wir haben einen zentralen Eingangskanal für jede kommunale Sachbearbeitung geschaffen, in der die Online-Anträge einlaufen und die Sachbearbeiter dort dann die Möglichkeit haben, die Anträge zu bearbeiten, zu bescheiden und vor allem auch den Status der einzelnen Anträge weiter zu verfolgen.

Stella: Das heißt, ich komme als Sachbearbeiterin komplett davon weg, mir Zettelchen zu schreiben und so weiter. Das habe ich alles in einem allgemeinen Fachverfahren bzw. In AlFa mit drin in der OZG-Cloud.

Marco: Ganz genau, so stellt sich die OZG-Cloud für dich als Sachbearbeiterin dar. Ein Frontend für jeden Sachbearbeiter, in dem die eingehenden Anträge aufgelistet sind und diese dann an die jeweiligen Stellen weiter verteilt werden bzw. Bearbeitet werden können. Was wir gebaut haben, ist soweit als offenes System zu verstehen, da ja hinter jedem der unterschiedlichen Anträge auch unterschiedliche Fachverfahren stehen und diese Fachverfahren entweder über Sachbearbeitungsprozesse oder über weitere sogenannte Fachverfahrensanwendungen bearbeitet werden und beschieden werden. Diese Fachverfahrensanwendungen können nahtlos an die OZG-Cloud, an das AlFa-System angeschlossen werden, dort eben die Weiterverarbeitung dieser Anträge durchzuführen.

Zusätzlich bietet die OZG-Cloud, Christian hat es vorhin schon angesprochen, ein rechtssicheres Nachrichtenpostfach für die Kommunikation zwischen Sachbearbeitern und Bürgern Und das ist natürlich auch ein ganz wichtiger Kanal, mit dem die Sachbearbeitung Rückfragen an den Bürger stellen kann, der Bürger weitere Unterlagen zu seinem Antrag einreichen kann und die Bescheide dann, wenn sie vom Sachbearbeiter abgeschlossen sind, an den Bürger zurückgeschickt werden können.

Stella: Sehr schön. Das heißt, die Bearbeitung erfolgt komplett in AlFa. Ich kann mit dem Antragstellenden kommunizieren über ein rechtssicheres Postfach. Wie sieht das aus, wenn ich den Antrag beschieden habe? Ich kann den Bescheid ja auch verschicken.

Wie ist das mit einer E-Akte bzw. Einem Dokumentenmanagement-System? Wie weit ist die OZG-Cloud denn da?

Marco: Auch da haben wir natürlich weitergedacht, weil man muss die OZG-Cloud als eine Art technischen Middleware verstehen, an die verschiedene Systeme angeschlossen werden können. Von den Fachverfahrenssystemen habe ich gerade schon gesprochen und natürlich ist es auch so, dass wir Schnittstellen für Dokumenten Management Systeme zur Verfügung stellen, in denen die beschriebenen Anträge dann abgelegt beziehungsweise auch weiter bearbeitet werden können, sodass also hinter dem Empfang und der Kommunikation zwischen Sachbearbeiter und Bürger weitere Systeme, wie Dokumentenmanagement-Systeme oder Fachverfahren, angeschlossen werden können und dort dann entsprechend der Vorgaben abgelegt und weiter bearbeitet werden können.

Stella: Jetzt haben wir schon ziemlich viel über AlFa gesprochen und über OZG-Cloud. Könnten wir vielleicht noch einmal ein bisschen aufschlüsseln, was so der Unterschied ist, beziehungsweise die Infrastruktur einmal aufdröseln? Christian, vielleicht noch mal aus technischer Sicht ein paar Worte dazu.

Christian: Ja, das ist, wenn man von außen drauf schaut, manchmal ein bisschen verwirrend, manchmal sogar für die Leute, die damit arbeiten. Also das Projekt heißt OZG-Cloud. Und das Projekt OZG-Cloud besteht aus der OZG-Cloud und der allgemeinen Fachanwendung (AlFa). Und die OZG-Cloud dabei ist die Infrastrukturkomponente, also das Cloud-System. Und die allgemeine Fachanwendung, das ist ein Programm, etwas was wir regulär programmiert und entwickelt haben. Der interessantere Teil, das ist tatsächlich das Cloud-System, denn dieses Cloud-System als Infrastrukturkomponente, als Basis gibt dem Ganzen eine sehr große Dynamik, insbesondere dann, wenn es darum geht, die Dinge in die kommunale Breite auszurollen.

Das ist etwas, was man so als den heiligen Gral der Digitalisierung von Deutschland beschreiben kann. Denn, naja, so Städte wie München oder Hamburg, die haben die Ressourcen. Kleinere Kommunen haben das nicht und deswegen ist es wichtig, dass das für die übernommen wird. Und wir haben das eben auf Basis eines Cloud-Systems gemacht und dieses Cloud-System das ist hochautomatisiert. Also wir haben Skripte geschrieben, die man einfach laufen lassen kann, wenn wir irgendwo genügend Speicher haben, dann zieht sich da sozusagen eine komplette Cloud hoch, wenn wir es brauchen oder wenn wir eine neue Kommune einrichten wollen, werden zwei, drei Angaben gemacht, wird auf den Knopf gedrückt und das Ganze ist so automatisiert, dass ein paar Minuten später dieser gesamte Bereich, diese neue Instanz für eine Kommune automatisiert bereitgestellt wird.

Und da wir das alles auf Basis von Skripten gemacht haben, man spricht auch von Infrastructure as Code. Also die gesamte Infrastruktur ist in einem Skriptcode verborgen, den ich überall laufen lassen kann. Und das bedeutet, dass ich dann die OZG-Cloud auch an vielen verschiedenen Stellen aufsetzen kann, zum Beispiel für jedes Bundesland. Die Bundesländer bestehen ja sehr häufig darauf, dass sie selber die Hoheit über diese Applikationen und über diese ganzen Systeme haben. Das ist hiermit gewährleistet und deckt damit, ein weiteres Stichwort reinzubringen, auch die deutsche Verwaltungs-Cloud-Strategie ab.

Das Wichtigste bei der ganzen Geschichte ist diese Hochautomatisierung und Hochskalierbarkeit. Es ist also für unser System von der Pflege und von der Wartung ist es fast egal, ob ich 10, 50 oder 1000 Kommunen habe. Die werden alle auf dieselbe Art und Weise verwaltet. Und genau das ist auch das, was eine Cloud auch ausmacht, neben der Skalierung. Das heißt, ich kann das nicht nur für 1500 Kommunen machen, sondern wenn ich jetzt plötzlich ein paar Kommunen dabei habe, die sehr viel mehr Ressourcen brauchen, weil es auch größere Städte sind und die viel mehr Anträge haben, dann kann die Cloud, das Cloud-System, was da im Hintergrund läuft, das alles automatisch handeln.

Das ist der zweite große Vorteil der Cloud. Deswegen wurde diese Technologie in den 90er Jahren überhaupt erst entwickelt und wir setzen das heute an und können mit dieser Hochautomatisierung eben genau dieses Problem lösen, dass wir viele kleine Kunden haben oder Kommunen haben, für die wir das dann mit diesen Skripten machen können. Und die müssen sich dann selber nur noch sehr wenig kümmern.

Stella: Und wie ist das denn mit der Cloud? Also ich lasse AlFa als Anwendung darauf laufen. Wenn ich jetzt aber noch eine andere Software gerne da drin hätte, geht das auch schon in der Cloud?

Christian: Das würde theoretisch gehen, wenn diese Software entsprechend vorbereitet, also containerisiert ist. Wenn die Software die Anforderungen erfüllt, dass sie grundsätzlich in der Cloud laufen kann, dann können wir sie bei uns auch in die Skripte und alles mit aufnehmen. Und da kann man auch diese Software auf Knopfdruck ausrollen.

Marco: Und das ist genau das Novum an der OZG-Cloud gegenüber anderen OZG-Lösungen, die es so im Land gibt. Das muss man wirklich jetzt noch mal kurz herausstellen, weil die Kommunen erhalten auf einem großen Cloud-System einen für sich individualisierbaren Cloud-Space mit einem eigenen Namen, der aber im Prinzip zentral über meistens die Landesrechenzentrum betrieben wird. Und sie haben die Möglichkeit, einerseits das allgemeine Fachverfahren zu nutzen und andererseits aber ihre individuellen Fachverfahren auf diesem Cloudspace zum Laufen zu bringen. Christian erwähnte es gerade eben schon. Und damit besteht die Möglichkeit, dass die gesamten Betriebsaufwände, die normalerweise für diese Fachverfahren in den Kommunen stehen und die Kommunen graue Haare, Ressourcen und eigentlich fast bis zur Arbeitsunfähigkeit Aufwände bedeuten.

Diese können jetzt verlagert werden in die Landesrechenzentren, die für Sie dann den Betrieb dieser Fachverfahren vornehmen. Und damit sparen Sie unglaublich viel Aufwände für die Administration ihrer eigenen Fachverfahren, können das auslagern, können sich wieder ihr Kerngeschäft bzw. Die Entwicklung weiterer Verwaltungsprozesse kümmern, was ja eigentlich auch die Aufgabe der Kommunen sein sollte.

Stella: Das klingt alles super. Wenn ich mich jetzt aber als Kommune dafür entscheide, die OZG-Cloud einzuführen, was muss ich dann konkret tun? Wen muss ich ansprechen? Wie läuft dieser Einführungsprozess? Gibt es so etwas?

Werden wir an die Hand genommen als Kommune? Bei wem müsste ich mich melden?

Marco: Ganz grundsätzlich erst mal ja, du wirst an die Hand genommen als Kommune. Das OZG-Cloud-Produkt ist ein Produkt, das ein Land beschafft für sich. Ein Land mit der Aussicht, seine Kommunen mit diesem sowohl allgemeinen Fachverfahren als auch mit den jeweiligen Clouds für die Kommunen zu versorgen. Das heißt also, ein Bundesland schafft dieses System an, indem es eben über zum Beispiel das OZG-Budget Finanz zur Verfügung stellt und lässt dieses über uns mgm dann in dem jeweiligen Landesrechenzentrum installieren. Und was wir geschaffen haben, sind Standardprozesse für den Rollout, also für die Zurverfügungstellung der einzelnen Cloud-Bereiche für die Kommunen.

Dabei bekommen die Kommunen einerseits einen eigenen Namespace, mit dem sie adressierbar sind und über die die Antragsformulare angestellt sind. Sie bekommen ihren eigenen Cloud-Bereich. Die Sachbearbeiter bekommen eine Einführung für das gesamte System und es gibt auch ein Weiterentwicklungsgremium mit dem wir uns die Rückmeldung der Sachbearbeiter und der jeweiligen Nutzer abholen, dann eben auch kontinuierlich Verbesserungen in das System mit einzubauen, sodass am Ende des Tages ein One-Size-Fits-All, ein Rundumsorglospaket zur Verfügung steht, mit dem die Kommunen ein Instrument in die Hand bekommen, das ihnen ihre Arbeit am Ende wirklich erleichtert und sie administrative Arbeiten, Einführungsarbeiten, Rollout und so weiter an das Land und die mgm in dem Fall eigentlich abgeben können.

Stella: Und ums Sorglospaket, sehr schönes Wort, gefällt mir. Jetzt hattest du gerade, Marco, das Wort Weiterentwicklung schon in den Mund genommen. Christian, Frage an dich nochmal, wie entwickelt sich denn die OZG-Cloud weiter?

Christian: Also wir haben verschiedene Bereiche, in denen wir uns entwickeln. Natürlich wird die Infrastruktur Komponente, die Cloud wird weiterentwickelt, aber die wesentlichen Anstrengungen, die gehen natürlich in das allgemeine Fachverfahren und die daran hängenden Systeme, also sprich die Weiterentwicklung des Produktes, des Programms. Du hattest vorhin schon mal gesagt, wir haben die Anbindung an die DMS-Systeme. Die OZG-Cloud ist kein Archivsystem. Es gibt Archivsysteme, auf die greifen wir zurück, die binden wir an.

Und dafür müssen wir dann eben entsprechend auch das Format und das Datenformat aufbereiten und die Pipeline, über die das geht entsprechend ausimplementieren. Da sind wir gerade dabei, das ist eines unserer Hauptziele gerade. Dann haben wir eine Schnittstelle erschaffen zur Bescheid-Erstellung. Also ich schicke einen Antrag dahin, Antragsdaten dahin und kriege einen Bescheid in Form eines PDFs zurück. Das machen wir derzeit mit einer bestimmten Software, Smart Documents.

Das ist aber theoretisch mit jeder anderen Software auch zu machen, die diese Funktionen hat. Nämlich, ich schicke dir Daten und ich kriege einen Bescheid daraus zurück und ein Dokument zurück. Die Bescheiderstellung wird noch weiter ausgebaut, soll noch komfortabler werden. Es gibt eine Prozessorschnittstelle, die kann man sich so vorstellen. Ich schicke Daten an ein externes System, das untersucht die Daten, macht damit irgendwas und schickt mir eine Antwort zurück.

Das ist so was wie der Einstieg in unsere automatische Verarbeitung. Und diese Bescheiderstellung und die Prozessorschnittstelle, das sind sozusagen die kleinen Schwestern der großen Schwester und das ist die Fachverfahrens-Schnittstelle. Das heißt, wir arbeiten daran, dass ganz generell Daten zwischen dem allgemeinen Fachverfahren bei uns und anderen beliebigen Fachverfahren hin und her ausgetauscht werden können. Also, dass diese Fachverfahren auf Funktionen der OZG-Cloud zugreifen können und dort mit uns Prozesse steuern und allgemein das nutzen, was wir haben. Dazu kommt dann das, was wir den Antragsraum nennen und die Kollaborationsfunktionen.

Es sollen ja auch Behörden miteinander vernetzt werden oder der Sachbearbeiter von der Behörde und der Antragsteller wollen sich austauschen oder beim Antragsteller, wenn es zum Beispiel ein Unternehmen ist, dann gibt es da noch einen Anwalt, der möchte da auch zu und damit die sich untereinander gut austauschen können gibt es den antragsraum den haben wir schon gebaut der muss jetzt noch angebunden werden und was ebenfalls auf dem Programm steht allerdings erst so im zweiten der zweiten Hälfte von 2024 ist die Anbindung von Registern zur Aufbereitung von Daten. Also dass ich zum Beispiel, wenn ich ein Sachbearbeiter bin und ich habe hier einen Antrag und ich muss wissen, ob die Person überhaupt in dem entsprechenden Kreis gemeldet ist, dann möchte ich das einfach per Knopfdruck haben. Und dann wird das entsprechende Melderegister gefragt und es kommt die Antwort. Das ist das, was wir für den zweiten Verlauf, für die zweite Jahreshälfte von 2024 vorhaben.

Stella: Das ist ja eine ganze Menge. Das klingt nach viel Arbeit, Aber hört sich so an, als ob die OZG-Cloud dann sehr, sehr viel umfasst von kollaborativen Arbeiten zum normalen rechtssicheren Postfach etc. Du hast gerade alles aufgeführt. Wenn ich mich jetzt dafür entscheide, dann fehlt noch so ein bisschen die Betriebskomponente da haben wir jetzt noch nicht wirklich darüber gesprochen was muss ich machen wie läuft der Betrieb ab und wie läuft auch der Support?

Christian: Also als Kommune bin ich nur dafür verantwortlich, meine Benutzer zu pflegen und ansonsten übernimmt den Betrieb das Land – und wenn jetzt jemand zuhört, der vom Land ist und gerne wissen möchte, wie der Betrieb funktioniert, der kann sich vertrauensvoll an uns wenden. Die Kommune selber sollte damit eigentlich gar nichts zu tun haben

Stella: Besser geht es ja nicht. Und wie ist das beim Support?

Marco: Beim support ist es eigentlich ähnlich. Das Land stellt eine Supporteinheit zur Verfügung und kann den support auch zum Beispiel, wenn sie möchte, in ihre Standardverfahren einstellen. Wir haben einen ganz kurzen Draht zu diesem First-Level- Support, der dann direkt auch Anfragen über das Land an uns stellt, sodass Hilfestellungen, Korrekturen und so weiter recht zeitnah in unsere Entwicklungsroadmap eingearbeitet werden und dort dann eben auch Supportanfragen bedient werden können.

Stella: Das klingt alles total interessant. Jetzt würde mich natürlich noch mal als letzte Frage interessieren, wer ist denn eigentlich alle schon dabei? Wer benutzt denn die OZG-Cloud in Deutschland? Ich glaube Christian hat am Anfang Schleswig-Holstein erwähnt. Marco, vielleicht möchtest du noch ergänzen.

Marco: Man muss ganz klar ergänzen, dass wir aktuell gerade mit Bayern einen ganz vielversprechenden Piloten aufsetzen und Bayern sich dafür entschieden hat, im nächsten Jahr die OZG-Cloud höchstwahrscheinlich auch einzuführen. Da steht im Moment gerade alles auf ganz positiven Aussichten. Außerdem klopfen weitere Bundesländer an unsere Tür. Wir sind mit Berlin im Gespräch, wir sind mit Nordrhein-Westfalen im Gespräch. Und Christian und ich wären ja auch nicht müde, auf sämtlichen Kongressen und Veranstaltungen die Vorteile der OZG-Cloud zu vermitteln, weil wir einfach glauben, dass wir damit wirklich eine Lösung für die Bundesländer und die Kommunen anbieten können, mit denen man auch langfristig gesehen einen ultimativen Vorteil in die Kommunen reintragen kann. Und deswegen ist da auch eine sehr große Nachfrage in unsere Richtung da, die eigentlich auch wirklich erst mal bedient werden muss in den nächsten Monaten und Jahren.

Stella: Das heißt, wir expandieren innerhalb Deutschlands?

Marco: Ja, so ist es vorgesehen. Ganz genau.

Stella: Okay. Das heißt, Schleswig-Holstein und Bayern arbeiten da schon zusammen. Gegebenenfalls kommen noch weitere Länder dazu. Wie funktioniert denn da eigentlich die Zusammenarbeit?

Marco: Die Zusammenarbeit funktioniert, wie wir hoffen, in der Zukunft geregelt über einen Prozess, den wir aktuell auch gerade mit diesen beiden Bundesländern entwickeln und so weit entwickeln, dass auch die Möglichkeit besteht, dass weitere Bundesländer dieser Allianz beitreten können, nämlich der OZG-Cloud Allianz, die ein Zusammenarbeitsmodell definiert, mit dem Stimmrechte, Finanzierungen, Weiterentwicklungsinteressen und die gesamte Produktisierung demokratisch entwickelt wird Und wir dort dann eben auch eine Art Regularium aufstellen, in welcher Form Einfluss genommen werden kann, damit kein Wildwuchs über die Einzelinteressen der einzelnen Bundesländer entsteht und wir dadurch, glaube ich, zu einem sehr guten kollaborativen Modell für eine langfristige Produktentwicklung kommen.

Stella: Okay, das war es auch schon. Vielen Dank Marco und vielen Dank Christian und herzlichen Dank auch allen Zuhörern. Weitere Infos zur OCG Cloud und unseren Lösungen für die öffentliche Verwaltung verlinken wir für Sie in den Show Notes. Tschüss und bis bald.