Artikel-Serie „Moderne Arbeitswelten: gestaltet, um zu bleiben“:

Ein nachhaltiges neues Arbeits- und Bürokonzept braucht einen ganzheitlichen und integrierten Ansatz mit geeigneten Partnern. Unsere Expert*innen, bei mgm consulting partners, bieten als umsetzungsorientiertes Beratungshaus die passenden Bausteine für die Konzeption und Realisierung der individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens an eine moderne Arbeitswelt. Eine Art digitaler Arbeitsplatz wurde für die Wissensarbeit und remotefähige Tätigkeiten zum MUST-HAVE für Arbeitgeber. Unsere Expert*innen beschreiben in der Artikel-Serie die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die zukünftige Arbeit und Kollaboration in Organisationen. 

Artikel 1: Ein MUST-HAVE für attraktive Arbeitgeber

Artikel 2: Der Wunsch nach bedarfsgerechten, hybriden Arbeitsmodellen

Ihre Expertin für Fragen

Merle Best ist erfahrene Projekt- & Change Managerin für die strukturierte Umsetzung von IT- und Strategieprojekten. Ein Schwerpunktthema ist Modern Workplace Consulting. Sie übernimmt die fachliche Leitung von Projektteams in Softwareimplementierungsprozessen, Corporate- Governance Projekten oder globalen Transformationsprojekten in der Strategieerarbeitung- und –realisierung.

Artikel 1: Ein MUST-HAVE für attraktive Arbeitgeber

Warum beschäftigen sich Unternehmen gerade jetzt so intensiv mit dem Thema Moderne Arbeitswelten? Aufgrund einer fundamentalen Disruption der traditionellen Arbeitswelt.

Unternehmen waren gezwungen von heute auf morgen ihre Mitarbeitenden technisch so anbinden, dass ein Arbeiten außerhalb des Büros möglich ist. Eine Art digitaler Arbeitsplatz wurde für die Wissensarbeit und remotefähige Tätigkeiten zum MUST-HAVE. Und darauf waren sehr viele Unternehmen nicht vorbereitet. Somit hat die Pandemie zwar im besonderen Maß die digitale Transformation der Arbeitswelt beschleunigt – aber es schwang doch ein Hauch von „das ist eine temporäre Lösung, bis alles wieder zu Normalität zurückkehrt“ mit. Zwei Jahre später stellen Unternehmen fest: So wie früher wird es nicht mehr werden. Aber sie erkennen auch Chancen in der Veränderung.  

  • Wenn nicht mehr alle Mitarbeitenden gleichzeitig im Büro sind, braucht es nicht so viele Arbeitsplätze. Da lässt sich doch was optimieren – auch kostentechnisch 
  • Durch stärkere Vernetzung standortübergreifend und durch die Bereitstellung moderner Arbeitsumgebungen können Produktivität und Innovationskraft eine positive Entwicklung nehmen 
  • Produktivität und Innovationskraft lässt sich – neben der Bereitstellung der richtigen Infrastruktur – dadurch fördern, dass die Mitarbeitenden sich wohlfühlen 

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die Bedürfnisse der Mitarbeitenden, auch in Folge der neu erlebten Standards während der Pandemie, verändert haben. Unternehmen haben hier die Chance nicht nur ihre Kultur gemeinsam mit den Mitarbeitenden neuzugestalten, sondern auch gleichzeitig dem neuen Arbeiten aktivitätsbasiert und dem hybriden Setting bedürfnisorientiert anzupassen. Aus Gesprächen mit Unternehmen haben wir haben aber auch erfahren, dass all diese Aktivitäten primär einem Zweck dienen – nämlich im intensiver werdenden „War for Talent“ als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden und so wertvolle Mitarbeitende zu halten und neue Mitarbeitende zu gewinnen. Daraus wird deutlich, warum es so wichtig ist, dass der Mensch im Mittelpunkt einer modernen Arbeitsweltgestaltung steht.  

Was hindert Unternehmen daran das volle Potential einer modernen Arbeitswelt freizusetzen?  

Eine St. Galler Längsschnittstudie zeigt, dass die Zahl der „modern überforderten“ Unternehmen von 2019 auf 2021 um 14% gestiegen ist. [Quelle] Diese Kategorie aus der Studie beschreibt Unternehmen, die neue Arbeitsformen zwar zu nutzen [bspw. flexible Arbeitsorte, digitale Kommunikation und Kollaboration, virtuelle Teams und projekthafte Arbeit], aber damit wenig erfolgreich sind [gemessen an wirtschaftlichem Erfolg, Innovationsrate, Arbeitgeberattraktivität und Gesundheit]. Symptome sind beispielsweise die Überforderung der Führungskräfte und Mitarbeitenden, ein Anstieg an Konflikten und Erschöpfung, sowie Verringerung der Innovationskraft und der Attraktivität des Arbeitgebers. Es spricht also einiges dafür das Thema Moderne Arbeitswelten Stufenweise zu entwickeln. Zudem ist eine ganzheitliche Betrachtung bei der Entwicklung der neuen Arbeitswelt unbedingt notwendig. Als ganzheitlichen Ansatz verstehen wir die Berücksichtigung der Dimensionen Raum, Technik sowie Mensch und Organisation.

  

  • Der Raum kann sich an einem aktivitätsbasierten Flächenkonzept orientieren und muss Arbeitsstättenrichtlinien erfüllen.
  • Die Technik spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung digitaler Arbeitsplätze und ermöglicht nur durch eine gute Integration hybride Arbeitsmodelle.
  • Eine Nachhaltig gestaltete Unternehmens- und Führungskultur fördern Effizienz, Leistungsstärke und Zufriedenheit im Kollegium. Die Veränderung und Entwicklung von Kultur und Verhaltensweisen in einer neuen Arbeitswelt muss aktiv gestaltet und begleitet werden. Dieses sehr wichtige Element wird leider meist vergessen oder nicht umfangreich genug mitgedacht.

Aus dieser ganzheitlichen Perspektive und aus unserer Beratungspraxis haben wir für die drei Dimensionen verschiedene Ausprägungen identifiziert, die in den Unternehmen unterschiedlich angegangen werden. Um die möglichen Entwicklungswege aufzuzeigen, Führungskräfte und Mitarbeitende nicht zu überfordern und Unternehmen einen sukzessiven Ansatz anzubieten, haben wir daraus ein Reifegrad-Modell entwickelt. Es beinhaltet die obengenannten Dimensionen und Abstufungen auf dem Weg zu modernen Arbeitswelten. Bei dem Reifegrad für die Entwicklung moderner Arbeitswelten differenzieren wir  

  1. die einfache Modernisierung (bspw. von Raum, Technik und der Arbeitsrichtlinien).
  2. die nutzerorientierte Gestaltung (bspw. durch ein aktivitätsbasiertes Flächenkonzept).
  3. die Transformation in eine hybride Arbeitswelt (in der Umsetzung kann das die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, eine Cloud first Strategie und hybrides bis ortsunabhängiges Arbeiten bedeuten).

Um in diesem Entwicklungsprozess nicht in den Zustand der „modern überforderten“ Unternehmen zu kommen, ist ein wichtiges Ziel die Chancengleichheit bei der Zusammenarbeit zu gewährleisten. Wie das gelingt, welche Lehren wir aus Studien und den Erfahrungswerten von Unternehmen ziehen können und welche Rolle Führungskräfte in der Entwicklung einer modernen Arbeitswelt spielen – darüber werden wir in den nächsten Wochen sprechen – in Podcasts und Artikeln rund um das Thema Moderne Arbeitswelten.

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