Zuletzt aktualisiert am: 11. Mai 2026
In nahezu jedem Unternehmen steht sie längst auf dem Papier: die IT-Strategie, eng verzahnt mit der Geschäftsstrategie, mit klaren Zielen und definierten Prioritäten. Und trotzdem hakt es in der Umsetzung. Budgets reichen nicht, Ressourcen sind knapp, gewachsene Strukturen leisten ihren stillen Widerstand. Genau diese Lücke zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität haben sich die mgm consulting partners in ihrer aktuellen CIO-Studie genauer angesehen.
Befragt wurden IT-Entscheiderinnen und Entscheider aus einer breiten Mischung an Branchen, von IT-Dienstleistung über Handel und Maschinenbau bis zur öffentlichen Verwaltung. Das Bild, das sich zeigt, ist ehrlich, an einigen Stellen ernüchternd, an anderen überraschend, und bestätigt vieles, was Führungskräfte längst ahnen.

Fünf Erkenntnisse aus der CIO-Studie
1. Die Strategie steht. Die Umsetzung stockt.
Die meisten Unternehmen verfügen über eine klar definierte IT-Strategie, abgestimmt mit der Geschäftsstrategie. Trotzdem wird die eigene IT von einem relevanten Teil der Befragten noch immer nicht als strategischer Enabler wahrgenommen. Die Digitalisierung läuft, aber selten „in Time” und „in Budget”. Wo das passiert, liegt es nur in den seltensten Fällen am Wollen. Fast immer sind es die Bedingungen vor Ort.
2. Cybersecurity dominiert. KI hat sich entzaubert.
Bei der strategischen Relevanz führen Cybersecurity und die Transformation in die Cloud mit deutlichem Abstand. KI und GenAI landen im Mittelfeld, ein Befund, der vor einem Jahr noch anders ausgesehen hätte. Nach der Hochphase des Hypes wird KI in vielen Häusern als Bündel operativer Use Cases behandelt, nicht als skalierbares Transformationsprogramm. Beim Umsetzungsfortschritt liegen Cybersecurity und S/4HANA vorn. Schlusslicht bleibt die Ablösung von Altanwendungen, ein zähes Thema, das niemand gerne anfasst.

3. Budget, Ressourcen, Komplexität: die drei großen Bremsen
Ganz oben auf der Liste stehen Budgetrestriktionen. Abhängigkeiten und Integrationsaufwände werden im Zielbild häufig unterschätzt und holen die Projekte später ein. Ressourcenengpässe sind kein neues Phänomen, sondern ein Dauerbegleiter. Hinzu kommt fehlende Standardisierung bei hoher Komplexität, was jede strategische Kurskorrektur erschwert.
Eine gute Nachricht steckt in den Daten ebenfalls: Mangelnder Veränderungswille der IT wird kaum als Hemmnis genannt. Die Organisationen sind den Wandel gewöhnt. Es geht weniger um Haltung, mehr um Hebel.
4. Zero Trust führt die Prioritätenliste
Für die kommenden drei Jahre setzen CIOs vor allem auf drei Themen: Zero Trust Security und Data Sovereignty an der Spitze, gefolgt von Cloud First und hybrider IT sowie AI Driven IT Operations. Als wichtigste Kernaufgabe der CIO-Rolle gilt mit deutlichem Abstand das Alignment von IT- und Geschäftsstrategie. Überraschend weit hinten landen Kostenoptimierung der IT und Hyperautomation, beides Themen, denen man in Fachmedien aktuell mehr Gewicht beimisst, als sie in der Praxis tatsächlich haben.
5. Vorsichtiger Optimismus
Knapp drei Viertel der Befragten rechnen damit, ihre IT-Ziele 2025 zu erreichen. Als wichtigste Erfolgshebel nennen sie fokussierte Projektarbeit mit dedizierten Ressourcen, durchgängige Digitalisierung statt Insellösungen, weniger Komplexität und klare Umsetzungsroadmaps. Das klingt schlicht. Es ist es auch. Und genau deshalb so schwer.
Was bleibt
Die CIO-Studie zeichnet das Bild einer IT-Landschaft, die strategisch klar weiß, wo sie hinwill, operativ aber jeden Meter erkämpfen muss. Die wirklich interessante Frage ist nicht, ob die Themen richtig gesetzt sind. Sie sind es weitgehend. Die interessantere Frage lautet, wie konsequent Unternehmen die Bedingungen schaffen, unter denen Umsetzung gelingt: dedizierte Teams, weniger gleichzeitige Großbaustellen, ehrliche Roadmaps mit Puffer für das, was bei jeder Transformation am meisten unterschätzt wird, nämlich die Integration.
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