Der Low Code-Ansatz, mit dem sich Aspekte von Anwendungen ohne Programmierung gestalten lassen, fasst weiter Fuß in der Softwareindustrie. Bereits 78 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen entsprechende Lösungen oder planen den Einsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre. Während sich Low Code-Apps zunehmend in etlichen Anwendungsbereichen etablieren, bleibt der Einsatz des Paradigmas bei der Digitalisierung von Kernprozessen noch unterrepräsentiert – aber mehrheitlich vorstellbar.

Wie steht es um den Einsatz von Low Code-Plattformen in deutschen Unternehmen? Basierend auf einer Befragung von 253 Unternehmensverantwortlichen gibt die von techconsult durchgeführte und von mgm unterstützte Marktstudie „Low-Code-/No-Code-Development – Enabler der digitalen Transformation“ neue Einblicke in die Verbreitung des Entwicklungsparadigmas. Neben den Zielen, die mit Low Code-Plattformen verfolgt werden, untersucht die Studie auch Gründe, die für oder gegen einen Einsatz sprechen. Die Ergebnisse sind aufgeschlüsselt nach kleinen (bis 49 Mitarbeitende), mittleren (500 bis 999 Mitarbeitende) und großen Unternehmen (1.000 und mehr Mitarbeitende).

Unterschiedliche Erwartungen bei IT- und Business-Verantwortlichen

In Hinblick auf die Einsatzbereiche von Low Code-Apps liegt der aktuelle Fokus klar auf internen Anwendungsszenarien. Hier geht es vorrangig darum, Prozesse zu vereinfachen und zu standardisieren – beispielsweise im Projektmanagement, bei Vertriebstätigkeiten oder der Wartung von Maschinen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat außerdem bereits Low Code-Projekte für die Interaktion mit Partnern und Geschäftskunden initiiert. Für Großunternehmen gewinnen Low Code-Apps als Schnittstelle zur Kundschaft an Bedeutung. Für die Zukunft sehen 58 Prozent der Befragten aus großen Unternehmen hier ein wichtiges Anwendungsfeld – ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Status Quo.

Neben der Steigerung der Prozess-Effizienz nutzen Unternehmen Low Code-Apps aktuell vor allem auch für die Verbesserung des Service-Spektrums und der Produktqualität. In Bezug auf die künftigen Ziele sehen verschiedene Funktionsträger unterschiedliche Schwerpunkte. IT-Verantwortliche rechnen damit, dass sich mit einer Low Code-Plattform die Produktivität der Mitarbeitenden steigern lässt. Business-Verantwortliche teilen diese Einschätzung, sehen darüber hinaus aber ein massives, noch ungenutztes Potenzial für die Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios.

Gründe für und gegen den Low Code-Einsatz

Ein wesentlicher Grund für die Verbreitung von Low Code-Plattformen liegt in dem steigenden Bedarf nach der schnellen Bereitstellung digitaler Lösungen. Flexibilität und Skalierbarkeit der Anwendungen gelten laut der Marktstudie als größte Vorteile des Low Code-Prinzips. Mittelständler erhoffen sich vor allem einen höheren Automatisierungsgrad und Effizienzsteigerungen. Großunternehmen sehen Low Code-Plattformen als Vehikel, um die Mitarbeitermotivation zu erhöhen und kürzere Release-Zyklen zu realisieren.

Low Code-Apps werden in einigen Punkten jedoch auch skeptisch betrachtet. Zu den wichtigsten Gründen gegen den Einsatz gehören Sicherheitsbedenken in puncto Datensicherheit und Datenschutz, die Gefahr von Schatten-IT sowie fehlende digitale Kompetenzen der User. Die Arten von Applikationen, in denen Low Code-Ansätze vorrangig zum Einsatz kommen, reichen vom Customer-Relationship-Management und dem Kundenservice über das Human-Resource-Management bis hin zu Bürgerservices und Verwaltungsdienstleistungen.

Enterprise Low Code bleibt unterrepräsentiert

Auch wenn die Low Code-Entwicklung nach den Studienergebnissen insgesamt an Bedeutung gewinnt, bleiben echte Enterprise Low Code-Ansätze noch rar. So schließen 16 Prozent der IT-Entscheider kategorisch aus, das Low Code-Paradigma auch bei der Digitalisierung von Kernprozessen einzusetzen. Mit offenen Plattformen wie A12 ist das Entwicklungsprinzip jedoch nicht nur für kleine, einfache Anwendungen geeignet, sondern auch für ausgewachsene Enterprise-Applikationen. Individualentwicklung, Systemintegration und ein konfigurativer Ansatz für die Abbildung fachlicher Inhalte greift hier nahtlos ineinander.

Die Kombinierbarkeit von klassischer Softwareentwicklung und Low Code-Ansätzen scheint bislang noch weitgehend unbekannt zu sein. Dabei lassen sich durch eine klare Trennung von fachlichen Inhalten und Technik zwei Kernprobleme der Enterprise-Entwicklung lösen, die laut der Studie gerade für große Unternehmen zentrale Herausforderungen der Softwareentwicklung darstellen: die Instandhaltung von Anwendungen und der Umgang mit häufigen Änderungen.

Studie downloaden: a12.mgm-tp.com/#insights