Die Freie und Hansestadt Hamburg startet mit dem Digitalbaukasten MODUL-F ein vom Bund in Auftrag gegebenes und finanziertes gemeinsames Projekt, das die Entwicklung und Bereitstellung interner Softwareanwendungen für die Verwaltung drastisch vereinfachen und beschleunigen soll. Das Projekt wird gesteuert und geleitet durch das Amt für IT und Digitalisierung in der Senatskanzlei Hamburg. Seit Projektbeginn sind bereits diverse Dienstleister involviert, an erster Stelle der hauseigene IT-Dienstleister Dataport AöR. Durch die Zuschlagserteilung an mgm ist ein weiterer Partner dazugekommen, der mit seiner eigenen Enterprise Low Code-Plattform A12 die technische Basis für das Projekt legt.

Kurz & knapp

  • Freie und Hansestadt Hamburg hat den Zuschlag für die Bereitstellung einer Low-Code-Plattform an mgm vergeben
  • Ziel ist der Aufbau von MODUL-F, einer modularen Lösung für die einfache und schnelle Erstellung von Fachverfahren
  • Plattform wird selbst modular für Hamburg und den Bund aufgebaut und perspektivisch nachnutzbar für Bundesländer und Kommunen

Der Fokus von MODUL-F liegt auf digitalen Lösungen für verwaltungsinterne Bearbeitungsprozesse, für die es bisher keine wirtschaftliche Lösung gab. Geplant sind beispielsweise Softwaremodule für eine Registerabfrage, die Erstellung eines Bescheids, für eine Vier-Augen-Prüfung und für die Archivierung von Vorgängen.

„MODUL-F ist eine herausragende Idee und als Softwareprojekt ausgesprochen spannend und ambitioniert“, so mgm-CEO Hamarz Mehmanesh. „Unsere Teams freuen sich sehr, daran mitwirken zu können und MODUL-F gemeinsam zum Erfolg zu verhelfen.“ Janos Standt, Bereichsleiter Public Sector ergänzt: „Auf den letzten Metern des Onlinezugangsgesetzes wird MODUL-F eine wegweisende Basis für die Folgejahre legen. Das Modellierungsverfahren auf Low Code-Basis eröffnet der Verwaltung neue Möglichkeiten für die Digitalisierung standardisierbarer Abläufe.“

Projektkern: Vorbereitete Module und bundesweite Nachnutzung

Die Plattform wird vorentwickelte Module für vielfältige Anwendungsarten zur Verfügung stellen. Auf deren Basis können entsprechende Fachverfahren schnell und einfach entwickelt werden – ein daten- und prozessorientierter Modellierungsansatz macht es möglich. Dieses Entwicklungskonzept kommt weitgehend ohne klassische Anforderungsdokumentationen aus, reduziert den Anteil individueller Programmierung und ist deshalb effizienter.

Ein entscheidender Ansatz von MODUL-F ist die Nachnutzbarkeit durch andere Verwaltungen in verschiedenen Themenfeldern. Das System und die Module sollen explizit in der Bundesverwaltung sowie anderen Bundesländern und Kommunen und von deren Digitalisierungs-/IT-Abteilungen übernommen werden können.

Lizenz & Entwicklung von mgm

mgm stellt bei der Zusammenarbeit nun die Low Code-Plattform A12 bereit, um MODUL-F und Pilotierungen erster Fachverfahren zu entwickeln. Das Team kann dabei auf weitreichende Erfahrungen aus Low Code-Projekten in der öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft zurückgreifen: A12 ist unter anderem die technologische Basis von ELSTER.

Unterstützung in dem Projekt kommt von dem A12-Modellierungsparter Höhn Consulting aus Kiel, mit dabei sind außerdem mgm consulting partners sowie IT-Experten der Allgeier IT Business Services.

Die Steuerung des Projekts liegt gemeinsam bei der Senatskanzlei Hamburg und dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI). Zur Finanzierung wurden Konjunkturmittel des Bundes freigegeben, die für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) bereitstehen.

Beitrag zu MODUL-F auf onlinezugangsgesetz.de

Bildquelle: Rudy Balasko / Shutterstock