Lichter, Glühwein & KI: Was wir von Weihnachtsmärkten über gelungene Transformation lernen können

Zuletzt aktualisiert am: 17. Dezember 2025

Es ist ein kalter Dezemberabend. Lichterketten spannen sich wie ein Versprechen über den Platz, der Duft von Zimt und Nelken liegt in der Luft und irgendwo klirren Tassen aneinander. Der Weihnachtsmarkt hat geöffnet und hält so einige Lektion über Digitalisierung und Transformation bereit.

Denn wer genauer hinschaut, erkennt: Ein Weihnachtsmarkt ist einem Unternehmen im Wandel erstaunlich ähnlich.

Der Glühweinstand: Die großen Digitalprojekte

Gleich am Eingang steht er: der Glühweinstand. Groß, hell erleuchtet, dicht umlagert. Alle reden über ihn, manche kommen ausschließlich wegen ihm. Er ist teuer im Betrieb, logistisch anspruchsvoll und prägt den Ruf des gesamten Marktes.

So verhalten sich auch große Digitalprojekte: ERP-Einführungen, Plattformstrategien, Cloud-Migrationen oder neue Kernprozesse. Sie binden Budgets, Aufmerksamkeit und Erwartungen und werden schnell zum Symbol für „die Digitalisierung an sich“.

Ist der Glühwein lauwarm oder der Stand schlecht organisiert, bleibt Enttäuschung. Ist ein Großprojekt unsauber umgesetzt, leidet nicht nur die IT, sondern das Vertrauen der gesamten Organisation.

Der Glühweinstand ist wichtig, aber er allein macht noch keinen guten Weihnachtsmarkt.

Merksatz: Große Digitalprojekte sind wie Glühwein. Alle reden darüber – aber am Ende zählt, ob er wirklich wärmt.

Die Kipferl: Künstliche Intelligenz im Alltag

Ein paar Schritte weiter liegen sie aus: Kipferl. Klein, unscheinbar, oft übersehen. Niemand kommt nur ihretwegen und doch fehlt sofort etwas, wenn sie nicht da sind.

So wirkt Künstliche Intelligenz in Unternehmen. Sie ist selten der große Auftritt, sondern arbeitet im Hintergrund: bei Prognosen, Empfehlungen, Automatisierungen, Textvorschlägen oder Qualitätsprüfungen.

Gute Kipferl fallen nicht auf – außer dadurch, dass der Abend runder wird. Gute KI ebenso: Sie macht Abläufe besser, Entscheidungen schneller und Arbeit leichter, ohne ständig Aufmerksamkeit zu verlangen.

Schlechte Kipferl sind trocken. Schlechte KI nervt. Beides merkt man sofort.

Merksatz: KI überzeugt nicht durch Show, sondern dadurch, dass man sie vermisst, wenn sie fehlt.

Der Marktplan: Die Transformations-Roadmap

Ein Weihnachtsmarkt ohne Plan endet im Gedränge. Wege, Plätze und Orientierungspunkte sorgen dafür, dass man ankommt und nicht genervt wieder geht.

In Transformationen übernimmt diese Rolle die Roadmap. Sie zeigt, was jetzt passiert, was als Nächstes kommt und was bewusst noch wartet. Nicht jeder Stand muss gleichzeitig öffnen. Nicht jede Idee sofort Realität werden.

Eine gute Roadmap schafft Ruhe im Trubel. Sie macht Fortschritt sichtbar und gibt Menschen das Gefühl, Teil einer Reise zu sein und nicht Opfer eines Experiments.

Merksatz: Transformation braucht eine Route, der man folgen möchte.

Besucherströme: Akzeptanz entscheidet

Manche Stände sind ständig umlagert, andere bleiben leer. Nicht aus Bosheit, sondern weil sie schlecht liegen, unklar wirken oder einfach kein gutes Gefühl vermitteln.

Genauso ist es mit digitalen Lösungen. Sie entfalten ihren Wert nicht dadurch, dass sie existieren, sondern dadurch, dass Menschen sie freiwillig nutzen. Akzeptanz entsteht dort, wo Lösungen verständlich, hilfreich und angenehm sind.

Niemand bleibt freiwillig lange an einem Ort, an dem es zieht – auch nicht im digitalen Raum.

Merksatz: Digitalisierung ist erst dann erfolgreich, wenn niemand gezwungen werden muss, sie zu nutzen.

Die richtige Menge: datenbasierte Entscheidungen

Wer auf einem Weihnachtsmarkt den Überblick behalten will, achtet auf die Besucherströme, die Beliebtheit der Stände und die Nachfrage nach Glühwein oder Kipferln. Nur so lassen sich Anpassungen sinnvoll planen.

In Unternehmen gilt dasselbe Prinzip: Data Driven Change bedeutet, Entscheidungen auf fundierte Daten zu stützen. Analyse von Prozessen, Nutzerverhalten, KPIs und Feedback zeigt, wo Handlungsbedarf besteht, welche Maßnahmen wirken und wo nachjustiert werden muss.

Ohne Daten läuft man oft blind durch den Markt – oder das Projekt. Mit Daten kann man agil reagieren, Prioritäten setzen und Transformation gezielt steuern.

Merksatz: Wer seine Veränderung auf Daten baut, stolpert nicht im Dunkeln, sondern trifft die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit.

Kalte Füße: Change-Fatigue

Irgendwann werden die Füße kalt. Nicht, weil der Markt schlecht ist, sondern weil es zu viel, zu laut oder zu anstrengend wurde.

In Organisationen nennt man das Change-Fatigue. Zu viele Initiativen, zu wenig Pausen und zu wenige sichtbare Erfolge führen dazu, dass Menschen innerlich abschalten.

Gute Transformation plant deshalb Wärme mit ein: kleine Erfolge, Anerkennung, Momente des Innehaltens. Manchmal reicht schon eine Bank am Rand – oder ein weiterer Schluck Glühwein.

Merksatz: Veränderung ohne Verschnaufpausen führt nicht zu Fortschritt, sondern zu Erschöpfung.

Lichter: Kommunikation schafft Atmosphäre

Was den Weihnachtsmarkt wirklich einladend macht, sind die Lichter. Sie schaffen Orientierung, Sicherheit und Lust zu bleiben.

In Transformationen ist Kommunikation genau das. Sie erklärt, warum sich etwas verändert, wohin der Weg führt und was das für den Einzelnen bedeutet. Sie nimmt Unsicherheit und schafft Vertrauen.

Je klarer und konsistenter die Botschaften, desto wärmer fühlt sich der Wandel an.

Merksatz: Kommunikation ist nicht Begleitmusik, sondern die Beleuchtung der Transformation.

Tradition und Veränderung: Kein Widerspruch

Weihnachtsmärkte sind hochgradig traditionell und verändern sich trotzdem jedes Jahr. Kartenzahlung ersetzt Bargeld, nachhaltige Materialien kommen hinzu, vegane Angebote stehen neben Klassikern.

Sie funktionieren, weil das Vertraute bleibt und gleichzeitig Neues Einzug hält. Nicht radikal, sondern behutsam.

Genauso gelingt Transformation in Organisationen: nicht durch den Bruch mit der Vergangenheit, sondern durch ihre zeitgemäße Weiterentwicklung.

Merksatz: Veränderung gelingt dann, wenn das Neue vertraut genug bleibt.

Ein letzter Blick über den Platz

Am Ende des Abends, wenn die Lichter wärmer wirken als zuvor und die Tasse leer ist, bleibt ein Gefühl: Es hat sich gelohnt. Genau dieses Gefühl sollte bleiben. Nicht Überforderung. Nicht Kälte. Sondern Orientierung, Nutzen und ein kleines bisschen Begeisterung.

Vielleicht ist Transformation am Ende genau das: ein gut gemachter Weihnachtsmarkt. Vertraut genug, um anzukommen. Neu genug, um zu bleiben.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre eigenen Transformationsprojekte erfolgreich zu gestalten – mit oder ohne Glühwein.

Ariane Hager
Ariane Hager, Senior Managerin bei mgm consulting partners, begleitet Unternehmen in digitalen Transformations- und Change-Projekten mit Schwerpunkt auf Kommunikation, Akzeptanz und menschenzentriertem Wandel. Sie verbindet strategische Klarheit mit einem feinen Gespür für Organisationen und ihre Menschen.