Zuletzt aktualisiert am: 8. Juli 2026
Testmanagement ist in vielen Unternehmen das, was niemand gerne macht und alle irgendwie brauchen. Testfälle landen in Excel-Listen, werden per E-Mail kommuniziert oder schlicht im Ticket-Kommentar dokumentiert. Das funktioniert – bis es nicht mehr funktioniert.
Genau diesen Punkt kennt Patrick Kipp, Business Analyst und Testmanager beim Assekuradeur Köln.Assekuranz (KA), aus eigener Erfahrung. In der neuen Episode unseres Podcasts „Industrieversicherung digital” erzählt er, wie die KA ihr Testing schrittweise professionalisiert hat, welche Rolle Q12-TMT dabei spielt und was sich im Projektalltag konkret verändert hat. Mit dabei: Erik Schilling, Principal Consultant bei mgm consulting partners, und Oliver Storch, Produktmanager für Q12-TMT bei mgm technology partners.
Das Gespräch gibt es hier zum Anhören – oder Sie lesen einfach weiter, wenn Sie die wichtigsten Punkte lieber im Überblick haben möchten.
Der Ausgangspunkt: Testen nach Gefühl
Als Patrick Kipp bei der KA anfing, war das Testwesen das, was man in vielen mittelständischen Unternehmen antrifft: pragmatisch, aber nicht strukturiert. Tests wurden dokumentiert, so gut es eben ging – in Tickets, Word-Dokumenten, manchmal in einer E-Mail. Als die KA dann ein umfangreiches Migrationsprojekt aufsetzte, die Umstellung der Vertragsverwaltung auf das COSMO Underwriting Tool, war klar, dass das so nicht skalieren würde. Das Testing musste von Grund auf neu aufgestellt werden.
Der erste Schritt: ein marktbekanntes Testmanagementtool mit dem Testflow-Plugin. Eine solide Basis, aber keine Dauerlösung. Als die Lizenz auslief und die Kostenbetrachtung ohnehin einen Wechsel nahelegte, brachte mgm das eigene Testmanagement-Tool ins Gespräch: Q12-TMT.
Migration ohne Drama
Der Wechsel mitten im laufenden Betrieb klingt nach Risiko. In der Praxis verlief er überraschend reibungslos. Erik Schilling hat die Migration federführend begleitet: Alle bestehenden Testpläne und Testfälle wurden übernommen, eine neue Ordnerstruktur aufgebaut und die Testerinnen und Tester mit einem Schulungsplan und einer FAQ-Tabelle auf den Wechsel vorbereitet.
Patricks Fazit: Die Sorgen vor dem Wechsel waren unbegründet. Wer noch zögert, kann sich an dieser Erfahrung orientieren.
Was Q12-TMT im Projektalltag bringt
Oliver Storch erklärt im Gespräch, was Q12-TMT abdeckt – von der Testfallerstellung über die Durchführung bis zur Dokumentation. Zwei Dinge haben bei der KA besonders schnell Wirkung gezeigt.
Das eine ist die Results Map, intern „Fireworks” genannt: eine visuelle Darstellung des Teststatus, die auf einen Blick zeigt, wo Tests abgeschlossen sind, wo Lücken bestehen und wo das Team gerade steht. Für Statusmeetings mit der Projektleitung bedeutet das einen echten Unterschied, weil sich der aktuelle Stand jetzt direkt erklären lässt, ohne erst durch Tabellen scrollen zu müssen.
Das andere ist das risikobasierte Testen. Q12-TMT kann auf Basis von definierten Schlagworten und der historischen Testfallhistorie einschätzen, welche Bereiche in einem neuen Release besonders fehleranfällig sein könnten, und priorisiert Testfälle entsprechend. Gerade in engen Testphasen hilft das dabei, die Zeit dort zu investieren, wo das Risiko am größten ist. Bei der KA ist man mit diesem Feature noch in der Einarbeitungsphase – aber die Richtung stimmt.
Partnerschaft statt Lieferantenbeziehung
Ein Punkt zieht sich durch das gesamte Gespräch: Die Zusammenarbeit zwischen KA und mgm ist keine reine Tool-Bereitstellung. Patrick Kipp und Erik Schilling führen gemeinsam eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen, die direkt in die Produktentwicklung einfließen. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Die Tester wünschten sich für Testruns einen Status zwischen „New” und „Closed” – also ein „In Progress”. Der Status wurde umgesetzt.
Solche Rückkopplungen prägen das Produkt. Olli Storch macht keinen Hehl daraus, dass das Kundenfeedback für die Weiterentwicklung von Q12-TMT zentral ist.
Was als nächstes kommt
KI ist das Thema, das Oliver Storch auf der Roadmap ganz oben einsortiert. Der Bug Intelligence Assistant ist bereits verfügbar: Er durchsucht die Testfallhistorie und fasst Fehlermuster und Hinweise für den nächsten Testlauf automatisch zusammen. Was noch folgen soll, ist die KI-gestützte Generierung von Testfällen direkt aus Requirements – inklusive Anbindung an Ticket-Tracking-Systeme. Die Qualitätshürde ist dabei bewusst hoch gesetzt, auch wegen Fragen rund um Datenhoheit. Aber die Richtung ist klar.
Die vollständige Episode mit Patrick Kipp (Köln.Assekuranz), Erik Schilling (mgm consulting partners) und Oliver Storch (mgm technology partners) gibt es jetzt in unserem Podcast „Industrieversicherung digital”. Alle weiterführenden Links finden Sie in den Show Notes.





