Claude kann COBOL migrieren. Aber: Wer setzt es um?

Zuletzt aktualisiert am: 5. März 2026

Die IBM-Aktie ist an einem einzigen Tag um 13 Prozent eingebrochen – der stärkste Tagesverlust seit dem Jahr 2000. Der Auslöser: Ein Blogpost. Anthropic hat angekündigt, dass Claude Code COBOL-Legacy-Systeme automatisiert modernisieren kann. Was vorher Jahre dauerte und ganze Beraterheere beschäftigte, soll jetzt in Quartalen möglich sein.

Die Börse hat verstanden, was das bedeutet. Aber haben es auch die Unternehmen verstanden, die auf diesen Systemen sitzen?

Das COBOL-Problem ist real – und es betrifft unsere Kunden

Hunderte Milliarden Zeilen COBOL-Code laufen weltweit in Produktion. Rund 43 Prozent aller Bankensysteme basieren darauf, ein Viertel der deutschen Unternehmen setzt noch COBOL ein – und in der Versicherungsbranche sieht es nicht besser aus. Diese Systeme verarbeiten Schadensfälle, steuern Policenverwaltung und wickeln Zahlungsverkehr ab. Sie laufen. Aber sie lassen sich kaum noch weiterentwickeln.

Das Problem kennt jeder, der in der Branche arbeitet: Die Entwickler, die diese Systeme gebaut haben, gehen in Rente. Die Dokumentation ist lückenhaft. Und der Aufwand, diese Systeme anzufassen, war bisher so groß, dass niemand sich getraut hat, es wirklich zu tun.

Die Ankündigung ist richtig. Die Frage ist eine andere.

Dass KI bei der COBOL-Migration helfen kann, ist keine Überraschung mehr. Anthropic hat das eindrucksvoll untermauert. Aber ein Tool allein migriert kein System. Die eigentliche Frage lautet: Welche Organisation kann das tatsächlich umsetzen? Sind eure Teams dazu in der Lage?

Code ist billig geworden. Architektur ist teuer. Eine COBOL-Migration im Enterprise-Umfeld bedeutet nicht nur, Zeile für Zeile zu übersetzen. Es bedeutet, über Jahrzehnte gewachsene Geschäftslogik zu verstehen, Abhängigkeiten zu kartieren, eine Zielarchitektur zu definieren und den Übergang prozessgesteuert durchzuführen – mit Qualitätssicherung, Fachabteilungsbeteiligung und regulatorischer Compliance.

Wir machen das. Und zwar jetzt.

Bei mgm haben wir in den letzten anderthalb Jahren konsequent auf agentisches Coden gesetzt. 250 Entwicklerinnen und Entwickler sind ausgebildet. In über 15 Enterprise-Projekten haben wir die Patterns erarbeitet, die man braucht, um KI-gestütztes Coding im regulierten Umfeld einzusetzen – strukturiert, sicher und skalierbar.

Unsere Architektur ist in Enterprise-Umgebungen gehärtet. Kombiniert mit Tools wie Claude Code können wir ganze Teams auf Migrationsprojekte aufsetzen. Fachabteilungen arbeiten mit, der Prozess ist transparent, und die Architekturregeln stehen fest. Das ist kein Experiment. Das ist ein erprobtes Vorgehen.

Wir nehmen jetzt die Systeme in Angriff, die man sich bisher nie getraut hat umzuwandeln. Weil agentisches Coden uns so viel effizienter gemacht hat, dass Projekte möglich werden, die noch vor einem Jahr undenkbar waren.

Was heißt das für Versicherungen, Banken und den öffentlichen Sektor?

Wenn ihr COBOL-Landschaften betreibt und euch fragt, wie eine realistische Migration aussehen kann – nicht als Folienware, sondern als konkretes Projekt mit Zeitplan und Team – dann sprecht mit uns.

Wir wissen, wie man agentisches Coden im Enterprise einsetzt. Wir haben die Leute. Wir haben die Erfahrung. Und wir haben den Moment.

Du hast Fragen? Oder möchtest mitdiskutieren?

Triff Jan beim CIONET Online Briefing #23, wo er gemeinsam mit Udo Wuertz und Karl Hausdorf von Fsas / Fujitsu Einblicke in die AI- & Data-Trends 2026 und eine europäischen Open-Source Agentic Coding Platform für KRITIS gibt.

📅 16. März · 17:00–18:30 Uhr · Online

Seid dabei und bringt eure Fragen mit. Wir freuen uns auf den Austausch!
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Weiterführende Informationen:

Jan Jikeli
Dr. Jan Jikeli bringt langjährige Erfahrung in der Umsetzung und Weiterentwicklung von KI-Lösungen in unterschiedlichsten Branchen mit. Als Physiker mit tiefem Verständnis für datenbasierte Entscheidungsprozesse leitet er als Head of AI bei mgm technology partners ein Team, das innovative KI-Lösungen entwickelt – mit dem Ziel, nachhaltige Effizienzgewinne und messbare Wettbewerbsvorteile für Unternehmen zu schaffen.