NIS2 und DORA: Warum Compliance allein nicht reicht und worauf es jetzt ankommt

Zuletzt aktualisiert am: 5. März 2026

Cyber Security, NIS2 und DORA – kaum ein Thema bewegt Entscheider:innen derzeit so sehr. Doch hinter den Schlagworten steckt mehr als nur eine weitere regulatorische Pflichtübung. Wer die neuen Anforderungen als Chance begreift, stärkt nicht nur seine Compliance, sondern die operative Resilienz der gesamten Organisation.

NIS2 und DORA sind mehr als nur Buzzwords

Im Cyber-Security-Umfeld verhält es sich ähnlich wie bei Künstlicher Intelligenz: Während dort alle über ChatGPT sprechen, dominieren hier NIS2 und DORA die Diskussion. Beide sind letztlich aktuelle Einstiegspunkte in ein übergreifendes Thema – die systematische Erhöhung des Sicherheitsniveaus von Organisationen.

Die Zielrichtung beider Regularien ist im Kern dieselbe: Harmonisierung und Stärkung der IT-Sicherheit. DORA richtet sich dabei konkret an Finanzunternehmen und deren IKT-Drittdienstleister, während NIS2 branchenübergreifend zahlreiche kritische Sektoren adressiert. Unabhängig davon, welche Regulierung für Ihre Organisation greift – die zugrunde liegenden Handlungsfelder sind weitgehend identisch.

Die eigentliche Herausforderung: Von der Richtlinie zur Wirksamkeit

IT-Sicherheit ist kein neues Thema. Viele größere Organisationen verfügen bereits über ein etabliertes Information Security Management System (ISMS), teilweise mit ISO-Zertifizierung. Das ist eine gute Ausgangsbasis – aber eben nur das.

Denn die entscheidenden Fragen bei NIS2 und DORA lauten:

  • Sind Ihre Richtlinien und Vorgehensweisen wirklich wirksam – oder stehen sie nur auf dem Papier? Eine ISO-Zertifizierung kann sich auf Teilbereiche einer Organisation beschränken. Was passiert in den nicht-zertifizierten Bereichen?
  • Sind Ihre Sicherheitsmaßnahmen effizient und effektiv im operativen Betrieb umgesetzt? Oder erfordern sie unverhältnismäßig viel manuellen Aufwand, der im Alltag zu Umgehungen und Lücken führt?
  • Können Sie die Wirksamkeit im Ernstfall gegenüber dem BSI nachweisen? Haben Sie ein gutes Gefühl, dass Ihre Nachweise einer Prüfung standhalten?
  • Sind Sie zufrieden mit der Umsetzung Ihrer IT-Security-Projekte? Werden Maßnahmen wirklich abgeschlossen und verankert – oder bleiben sie in der Planungsphase stecken?

Genau hier liegt die Lücke, die viele Organisationen unterschätzen.

Wo der Handlungsbedarf für NIS2 und DORA wirklich liegt

Der Weg zur NIS2- oder DORA-Compliance folgt einem bewährten Schema: Betroffenheitsanalyse, Assessment, Gap-Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und schließlich Überprüfung. Die ersten Schritte – herauszufinden, ob man betroffen ist und wo man steht – haben die meisten Organisationen bereits vollzogen oder können sie mit vorhandenen Ressourcen bewältigen. Über ein NIS2 Assessment soll der Status Quo der Organisation ermittelt werden. Auch wir haben ein NIS2 Assessment entwickelt, welches eine strukturierte und praxisnahe Standortbestimmung ermöglicht.Die eigentliche Herausforderung beginnt danach: bei der konkreten Maßnahmenumsetzung. Und hier sehen wir in der Praxis drei Bereiche, die bei fast allen größeren Organisationen zu kurz kommen:

  • Business Continuity Management (BCM): Viele Organisationen haben BCM-Konzepte, doch diese sind häufig lückenhaft oder nicht mit den tatsächlichen Geschäftsprozessen verzahnt. Ein wirksames BCM setzt ein solides Prozessmanagement voraus – und genau daran hapert es oft.
  • Disaster Recovery (DR) Pläne: DR-Pläne zu erstellen, die über generische Vorlagen hinausgehen und tatsächlich im Ernstfall funktionieren, erfordert tiefes Verständnis der IT-Landschaft und der Geschäftsanforderungen.
  • DR-Test-Planung und -Durchführung: Ein DR-Plan, der nie getestet wurde, ist im Grunde keiner. Die systematische Planung, Durchführung und Auswertung von DR-Tests dürfen den operativen Betrieb nicht stören und sind ein eigenständiges Projektmanagement-Vorhaben, das professionelle Steuerung erfordert.

Unser Ansatz für NIS2 und DORA: Wirksame Lösungen statt Papiertiger

Maßnahmen im Security-Umfeld sind komplex. Jede Organisation bringt eine andere Ausgangslage mit, hat unterschiedliche Prioritäten und muss verschiedene Stakeholder einbinden – von der IT über die Fachabteilungen bis hin zu Auditoren und Endnutzern.

Wir setzen deshalb auf einen pragmatischen, stufenweisen Ansatz:

  • Solution Design gemeinsam mit dem Kunden: Wir entwickeln keine Lösungen im Elfenbeinturm, sondern arbeiten eng mit Ihren Teams zusammen. Dabei berücksichtigen wir Ihre spezifische Ausgangslage und Ihre Prioritäten – denn was für eine Organisation dringend ist, kann für eine andere nachrangig sein.
  • Schrittweise Umsetzung in Ausbaustufen: Das gewünschte Sicherheitsniveau erreicht man selten in einem großen Wurf. Wir planen Maßnahmen so, dass sie in sinnvollen Stufen ausgerollt werden und dabei jederzeit wirksam sind – nicht erst nach Abschluss des gesamten Programms.
  • Professionelles Projektmanagement für komplexe Sicherheitsprogramme: Sicherheitsmaßnahmen erfordern eine präzise, aber dynamische Planung und enge Abstimmung mit allen Beteiligten. Genau das ist unsere Stärke.
  • Governance- und Compliance-Systeme, die funktionieren: Ob es um die Erstellung, Überprüfung oder Vervollständigung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen geht – wir sorgen dafür, dass Regelwerke nicht nur existieren, sondern im Alltag gelebt werden.

Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

DORA hat gegenüber NIS2 einen zeitlichen Vorsprung: Wirtschaftsprüfer schauen bereits genauer hin, und daraus entstehen konkrete Umsetzungsbedarfe. Bei NIS2 wird die gleiche Dynamik einsetzen, sobald die Konformität im Rahmen von Jahresabschlussprüfungen auf den Prüfstand kommt.

Wer jetzt proaktiv handelt, statt auf den Prüfungsdruck zu warten, gewinnt wertvolle Zeit – und vermeidet hastige Notlösungen unter Zeitdruck.

Sie wissen, dass Ihre Organisation von NIS2 oder DORA betroffen ist? Sie haben Lücken identifiziert, aber die Umsetzung stockt? Dann lassen Sie uns sprechen. Wir bringen die Erfahrung im Projektmanagement und die fachliche Tiefe mit, um gemeinsam mit Ihnen wirksame Sicherheitslösungen zu entwickeln und umzusetzen – pragmatisch, stufenweise und nachhaltig.

Robert Machts
Robert Machts ist Manager bei mgm consulting partners und berät Unternehmen bei der Gestaltung und Umsetzung digitaler Transformationsvorhaben. Sein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Business-, Organisations- und IT-Perspektive in komplexen Veränderungsprojekten.