IT-Security – Wie erfolgreiche Unternehmen Digitalisierung sicher meistern

Die digitale Transformation verspricht Unternehmen neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Doch ohne eine solide IT-Sicherheitsstrategie kann sie auch Risiken mit sich bringen. Cyberangriffe, Datenlecks und Sicherheitsverstöße bedrohen nicht nur die Integrität sensibler Daten, sondern können auch das Vertrauen von Kunden und Partnern zerstören.

In diesem Artikel, der auf meinem Vortrag bei der Bitkom TRANSFORM 2025 basiert, beleuchte ich, warum Informationssicherheit die Grundlage für jede digitale Transformation ist, welche Risiken Unternehmen oft übersehen und welche Lösungen ihnen helfen können, diese Herausforderungen zu meistern.

Warum Informationssicherheit unverzichtbar ist

Die zunehmende Digitalisierung macht Unternehmen anfälliger für Cyberangriffe. Ob Großkonzern oder mittelständisches Unternehmen – niemand ist sicher vor den Risiken, wie aktuelle Beispiele zeigen:

Diese Beispiele verdeutlichen: Sicherheit darf nicht als nachträglicher Gedanke betrachtet werden. Unternehmen müssen proaktiv handeln, um Risiken zu minimieren und ihre digitale Transformation auf eine solide Basis zu stellen.

Die häufigsten Fehler und ihre Konsequenzen

Security wird zu spät eingeplant

Viele Unternehmen denken erst an Sicherheit, wenn ein System bereits entwickelt oder implementiert wird. Doch Sicherheitsprobleme, die am Anfang ignoriert werden, sind später umso schwerer und teurer zu beheben.

Beispiel: Ein Unternehmen investierte ein Jahr in die Entwicklung eines Systems, nur um beim abschließenden Penetrationstest kritische Schwachstellen zu entdecken. Das System musste offline genommen und umfassend überarbeitet werden.

Lösung:

  • Security by Design: Sicherheit sollte von Beginn an in die Planung und Entwicklung integriert werden.
  • Automatisierte Security-Checks: Regelmäßige Überprüfungen während des Entwicklungsprozesses minimieren spätere Risiken.

Lieferketten-Sicherheit wird übersehen

Unternehmen sichern oft ihre eigenen Systeme ab, ignorieren jedoch die Schwachstellen in ihrer Lieferkette. Ein Beispiel dafür ist der SolarWinds-Angriff, bei dem Malware über ein vermeintlich vertrauenswürdiges Software-Update in zahlreiche Unternehmen gelangte. Oder auch die kritische Schwachstelle in Log4j: Eine weit verbreitete Open-Source-Komponente ließ weltweit Unternehmen verwundbar zurück, oft ohne ihr Wissen.

Lösung:

  • Risikomanagement für Dritte: Unternehmen sollten regelmäßig überprüfen, welche Anbieter, Dienstleister und Open-Source-Komponenten sie nutzen.
  • Software Bill of Materials (SBOM): Eine detaillierte Übersicht über alle verwendeten Softwarekomponenten hilft, Risiken zu identifizieren und schnell zu reagieren.

Unterschätzung von Phishing-Angriffen

Phishing bleibt eine der größten Bedrohungen für Unternehmen. Selbst große Konzerne wie Sony Pictures und Facebook wurden durch überzeugend gestaltete E-Mails Opfer von Angriffen. Eine starke und offene Sicherheitskultur wirkt hier als effektives Schutzschild.

Lösung:

  • Mitarbeiterschulungen: Regelmäßige Awareness-Programme und simulierte Phishing-Angriffe stärken die sogenannte “Human Firewall”.
  • Technische Maßnahmen: Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und E-Mail-Filter schützen vor unbefugtem Zugriff.

„Uns passiert das nicht“-Mentalität

Viele mittelständische Unternehmen glauben, sie seien zu klein oder uninteressant für Hackerangriffe. Diese Fehleinschätzung macht sie zu einem leichten Ziel, was oft fatale Folgen haben kann. Ein Beispiel, der Cyberangriff auf Supermarktkette tegut: IT-Systeme wurden lahmgelegt, was zu Lieferengpässen und leeren Regalen führte – gestohlene Daten landeten später im Darknet.

Lösung:

  • Notfallpläne und Backups: Regelmäßige Tests der Backups und klare Krisenpläne gewährleisten, dass Unternehmen auch im Ernstfall schnell handlungsfähig bleiben.
  • Angriffssimulationen: Tabletop-Übungen und Red-Teaming helfen, Schwachstellen aufzudecken, bevor Angreifer sie ausnutzen können.

Wo soll ich anfangen? Die drei Säulen einer sicheren Digitalisierung

Sichere Digitalisierung braucht eine durchdachte Strategie, robuste Technologien und eine starke Sicherheitskultur. Diese drei Säulen bilden die Grundlage für eine sichere Digitalisierung. Ohne sie bleibt IT-Sicherheit lückenhaft – nur ihr Zusammenspiel gewährleistet echten Schutz und langfristige Resilienz.​

  1. Strategie & Governance:
    Nachhaltige IT-Sicherheit beginnt mit einer klaren Strategie. Dabei geht es nicht nur um technische Maßnahmen, sondern auch um eine enge Verzahnung von Geschäfts- und Sicherheitszielen.​
  2. Technologie & Architektur:
    Eine starke IT-Sicherheitsstrategie braucht die richtige technologischen Basis. Moderne Unternehmen setzen auf agile Architekturen, in denen Sicherheit und der vertrauenswürdige Umgang mit Daten von Anfang an berücksichtigt werden.
  3. Kultur & Awareness:
    Technologie allein reicht nicht aus, um Unternehmen nachhaltig zu schützen. Eine starke Sicherheitskultur und das Mitwirken aller Beteiligten sind entscheidende Erfolgsfaktoren.​

Wenn Sie diese drei Säulen kombinieren, schaffen Sie eine robuste Basis für Ihre digitale Transformation. Beginnen Sie mit kleinen, pragmatischen Schritten – und denken Sie daran: Sicherheit ist ein Prozess, der sich langfristig auszahlt.

IT-Security als Wettbewerbsvorteil

Eine starke Sicherheitsstrategie ist nicht nur Schutz, sondern auch ein Enabler der digitalen Transformation. Unternehmen, die Sicherheit in ihre Prozesse integrieren, profitieren von:

  • Vertrauen der Kunden und Partner: Sicherheitsmaßnahmen schaffen Glaubwürdigkeit und stärken Geschäftsbeziehungen.
  • Kosteneffizienz: Proaktive Sicherheitsmaßnahmen sind langfristig günstiger als die Behebung von Schäden nach einem Angriff.
  • Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die Sicherheit als Teil ihrer digitalen Strategie implementieren, können schneller und sicherer auf Marktveränderungen reagieren.

Fazit

Informationssicherheit ist kein optionaler Bestandteil der digitalen Transformation – sie ist die Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Ob es darum geht, Sicherheit frühzeitig in die Planung einzubeziehen, Lieferkettenrisiken zu minimieren oder Mitarbeitende zu schulen: Unternehmen, die proaktiv handeln, schützen nicht nur ihre Daten, sondern auch ihre Reputation und Wettbewerbsfähigkeit.

Die digitale Welt bietet unzählige Potenziale, aber auch Risiken. Unternehmen, die heute in ihre Sicherheitsstrategie investieren, legen den Grundstein für eine erfolgreiche und resiliente Zukunft. Denn eines ist sicher: Die Hacker warten nicht.