Diese Frauen sprechen am 19.11.2026 in Hamburg bei “Souveränität, die wirkt”

Zuletzt aktualisiert am: 19. Oktober 2026

Das Programm steht. Am 19. November 2026 kommen für das Netzwerkevent “Souveränität, die wirkt” in der Hamburger Speicherstadt Praktikerinnen aus Verwaltung und Beratung zusammen und zeigen, wie Souveränität im Alltag der öffentlichen Verwaltung entsteht: digital, organisational und persönlich. Hier stellen wir Ihnen die Speakerinnen und ihre Beiträge vor.

Über Souveränität wird in der Verwaltung viel gesprochen. Meist geht es um Technik, um Abhängigkeiten von großen Anbietern und um Open Source. Das ist wichtig, reicht aber nicht. Ein Vorhaben gelingt erst, wenn die Organisation den Wandel selbst steuert und die Menschen darin auch unter Druck handlungsfähig bleiben. „Souveränität, die wirkt” bringt diese drei Ebenen an einem Nachmittag zusammen. Alle Beiträge kommen direkt aus der Projektpraxis, jeder dauert höchstens 45 Minuten und lässt Raum für Fragen und Diskussion. Interaktion, Praxisbezug und echte Erkenntnisse stehen dabei im Vordergrund.

Die Eckdaten

  • Donnerstag, 19. November 2026, 15:30 bis ca. 18:30 Uhr, danach offenes Netzwerken
  • mgm Büro in der Speicherstadt, Holländischer Brook 2, 5. Boden, 20457 Hamburg
  • Für Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung, kostenfrei, maximal 50 Plätze
    Buffet und Getränke inklusive

Speakerinnen und Themen

Organisationale Souveränität in Hamburg: Bußgeldverfahren digital von der Meldung bis zur Akte

Inken Boll, Senior IT Projektmanagerin, Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg, Amt für IT und Digitalisierung

Katharina Schlia, Senior Consultant,
mgm consulting partners

Seit dem 1. Januar 2026 müssen Verwaltungsbehörden Bußgeldakten elektronisch führen und ohne Medienbruch mit der Justiz austauschen. Wer das umsetzt, merkt schnell, dass die größte Aufgabe in der Steuerung liegt. Fachbereiche, IT, Dienstleister und Justiz müssen ineinandergreifen, und die Verwaltung soll trotzdem die Verantwortung für ihre eigenen Prozesse behalten.

Inken Boll arbeitet im Amt für IT und Digitalisierung, das seit 2018 unter Leitung des Chief Digital Officers die Digitalisierungsvorhaben der Stadt zentral steuert. Dort verantwortet sie Projekte an der Schnittstelle von Fachlichkeit, Organisation und IT. Katharina Schlia berät den Public Sector bei der Umsetzung des OZG, der Registermodernisierung und Fragen digitaler Souveränität und verbindet dabei Organisationsentwicklung mit agilen Methoden.

Gemeinsam zeigen die beiden, wie Hamburg die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten digitalisiert hat. Sie erzählen offen, wo es gehakt hat und was geholfen hat: Kommunikation, Verbindlichkeit und Haltung. Das klingt vertraut und wird trotzdem oft unterschätzt.

Das nehmen Sie mit: Erfahrungen aus einem großen Umsetzungsprojekt, die Sie direkt auf Ihr eigenes Vorhaben übertragen können.

Wie der Tanker zur Flotte wird: die Reorganisation von ELSTER

Sabrina Hinterberger, Referentin und Projektleiterin für Transformationsprojekte, Bayerisches Landesamt für Steuern

Eva-Lotte Gnüg, Principal Consultant,
mgm consulting partners

ELSTER kennt in Deutschland fast jede:r. Weniger bekannt ist, wie sich die Organisation dahinter neu aufstellt. Am Beispiel der ELSTER Reorganisation zeigen Sabrina Hinterberger und Eva-Lotte Gnüg, wie eine große Verwaltung ihre Souveränität auf allen drei Ebenen stärkt: digital durch bewusst gestaltete Technik mit DevOps und Containern, organisatorisch durch eine klare Steuerung zwischen Linie und Produktorganisation nach dem Spotify Modell und persönlich durch eine Führungshaltung nach dem Prinzip „Steuern statt Ausführen”.

Sabrina Hinterberger gehört im Bayerischen Landesamt für Steuern zum Kernteam, das die Umstrukturierung auf Kundenseite vorantreibt. Sie weiß aus erster Hand, was es heißt, Strukturen zu verändern, Verantwortung zu klären und den Wandel aus der Verwaltung heraus zu steuern. Eva-Lotte Gnüg begleitet als Principal Consultant und Trainerin öffentliche Auftraggeber beim Aufbau tragfähiger Betriebsorganisationen, etwa für den Betrieb von EfA Leistungen. Außerdem arbeitet sie mit Führungskräften und Teams an Feedbackkultur, an Glaubenssätzen in Organisationen und an der Frage, was Veränderung tatsächlich trägt.

Das nehmen Sie mit: echte Einblicke in eine der großen Reorganisationen im öffentlichen Sektor. Welche Anlässe das Projekt ausgelöst haben, was es braucht, um so ein Vorhaben überhaupt zu starten, und wie Leitplanken, Entscheidungswege und Lernschleifen im Alltag aussehen.

Persönliche Souveränität: Aufstehen, durchatmen, führen

Dr. Julia Hodapp, Teamleitung Projekt und Prozessmanagement Digitalisierung an der TH Köln, Dozentin und Beraterin

Führung zeigt sich besonders dann, wenn es schwierig wird: unter Zeitdruck, bei Widerstand, in Veränderungsprozessen oder in Situationen, auf die niemand vorbereitet war. Julia Hodapp versteht persönliche Souveränität als die Fähigkeit, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben und Strukturen zu schaffen, in denen auch andere handlungsfähig werden. Ihr interaktiver Impuls verbindet Erfahrungen aus Führung und Transformation im öffentlichen Sektor mit Servant Leadership, reflexiver Führung und Agilität. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie führe ich mich selbst, wenn es darauf ankommt? Rechnen Sie mit Bewegung, Reflexion und Methoden, die Sie sofort ausprobieren können.

An der TH Köln leitet Julia Hodapp das Team Projekt und Prozessmanagement und treibt die Digitalisierung der Verwaltung voran. Seit Juli 2025 ist sie Co Sprecherin des Forschungsausschusses im NEGZ. Ihr Schwerpunkt liegt auf Organisationsentwicklung und der Twin Transformation, also dem Zusammenspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Das nehmen Sie mit: Sie reflektieren, wie Sie selbst unter Druck, bei Widerstand und in unerwarteten Situationen reagieren. Sie lernen Methoden der Selbstführung, Resilienz und strukturierten Kommunikation kennen und erfahren, wie agile Praktiken wie Timeboxing, Reflexion und klare Kommunikationsstrukturen für mehr Beteiligung und Fairness sorgen. Und Sie nehmen eine Frage mit, die über den Nachmittag hinaus wirkt: Was brauche ich, um auch dann souverän zu führen, wenn nicht alles nach Plan läuft?

Digitale Souveränität in der Praxis: Access Ablöse mit A12 in Schleswig-Holstein

Svenja Weber, Business Analystin,
mgm technology partners

Schleswig-Holstein löst über 100 Microsoft Access Datenbanken ab, mit der Open Source Low Code Plattform A12 und ohne klassische Softwareentwicklung. Citizen Developer modellieren ihre Fachanwendungen selbst, die anschließend als vollwertige Webanwendungen im Landesbetrieb laufen. Svenja Weber zeigt ungeschönt, wie das im Projektalltag aussieht, mit Live Demo und viel Raum für Fragen. Morgens die Fachanwendung modellieren, mittags nutzen und nachmittags in Ruhe den Cappuccino genießen.

Svenja Weber hat einen Hintergrund in der Molekularen Biologie und arbeitet seit 2022 als Business Analystin auf der A12 Plattform. Sie übersetzt Fachanforderungen in tragfähige Anwendungen und kennt die fachlichen wie organisatorischen Fallstricke großer Softwareprojekte der Verwaltung aus der täglichen Arbeit. Ihr Ziel ist, Behörden eine dauerhaft wartbare und digital souveräne Basis für ihre Fachverfahren zu geben.

Das nehmen Sie mit: Wer Fachanwendungen braucht, muss sich nicht von großen Softwareanbietern abhängig machen. Mit Open Source und A12 entstehen lauffähige Anwendungen, auch ohne Entwicklerhintergrund.

Moderation

Lisa Rohler, Consultant,
mgm consulting partners

Lisa Rohler moderiert die Veranstaltung und ist gemeinsam mit Katharina Schlia Gastgeberin. Sie ist Consultant für Transformation und Agilität bei mgm consulting partners und systemischer Business Coach. Als Agile Coach und Scrum Master baut sie agile Prozess und Projektarchitekturen auf und konzipiert Trainings und Workshops, etwa zu Scrum Best Practices. Weitere Schwerpunkte sind Organisationsentwicklung, Releasemanagement und Anforderungsmanagement, zunehmend mit Blick auf KI.

Jetzt Platz sichern

An einem Nachmittag bekommen Sie Einblicke in echte Vorhaben aus Hamburg, Bayern, Schleswig-Holstein und Köln, erzählt von den Menschen, die sie verantworten. Die Runde bleibt mit maximal 50 Teilnehmenden bewusst klein, damit Gespräche auf Augenhöhe möglich sind. Zwischen den Beiträgen und beim Ausklang bleibt Zeit, mit den Speakerinnen und Kolleginnen und Kollegen aus anderen Verwaltungen ins Gespräch zu kommen. Da die Plätze begrenzt sind, lohnt sich eine frühe Anmeldung.

Bei Fragen erreichen Sie Lisa Rohler (lisa.rohler@mgm-cp.com) und Katharina Schlia (katharina.schlia@mgm-cp.com).

Wir freuen uns auf Sie in Hamburg.

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