Fachanwendungen und Datennutzung: Warum Verwaltungen beides zusammendenken sollten

Fachanwendungen und Datennutzung: A12 und disy

Zuletzt aktualisiert am: 16. Oktober 2026

Verwaltungen verfügen über enorme Datenmengen, doch die meisten davon bleiben in einzelnen Fachverfahren gefangen. Erfasst wird an einer Stelle, ausgewertet an einer anderen, und dazwischen liegen Exporte, Medienbrüche und viel Handarbeit. mgm und disy verfolgen deshalb einen gemeinsamen Ansatz: Mit der A12 AI Low Code Plattform und der Datenanalyse-Plattform disy Cadenza wachsen Fachanwendung und Datennutzung zu einer durchgängigen Lösung zusammen. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt ein aktuelles Projekt aus der Umweltverwaltung in Schleswig-Holstein.

Keine Verwaltung fängt bei null an. Wer in eine Behörde schaut, findet über Jahre gewachsene IT-Landschaften: Fachverfahren für einzelne Aufgaben, Excel-Tabellen und Access-Datenbanken, die irgendwann aus der Not heraus entstanden sind, Geodatensysteme, Portale für Bürger:innen und zunehmend neue digitale Services. Jedes dieser Systeme erfüllt seinen Zweck. Zusammen ergeben sie aber oft ein Bild, das vielen vertraut sein dürfte: viele Systeme, wenig Überblick. Daten liegen getrennt voneinander, ihre Integration und Pflege kostet viel Aufwand, und Informationen kommen nicht dort an, wo sie gebraucht werden. Das Problem ist dabei selten ein Mangel an Daten. Es ist die fehlende Verbindung zwischen dem Ort, an dem Daten entstehen, und dem Ort, an dem sie ausgewertet werden sollten. Genau hier setzen mgm und disy an.

Zwei spezialisierte Bausteine, ein gemeinsames Ziel

Die Idee ist einfach: Fachanwendungen und Datennutzung werden von Anfang an zusammen gedacht. Dafür bringen beide Partner jeweils einen spezialisierten Baustein mit.

Mit der A12 AI Low Code Plattform von mgm lassen sich Fachprozesse digitalisieren. Formulare, Workflows und fachliche Regeln werden modelliert statt programmiert, sodass auch komplexe Fachverfahren und anspruchsvolle Datenerfassung abgebildet und später flexibel weiterentwickelt werden können.

disy Cadenza macht Daten nutzbar. Die Plattform integriert Daten aus Fachanwendungen und weiteren Quellen, analysiert sie und stellt die Ergebnisse als interaktive Dashboards, Karten und Reports bereit. Und zwar bedarfsgerecht für alle Zielgruppen, von der Behördenleitung bis zum Data Analyst. disy bringt dabei mehr als 25 Jahre Erfahrung und über 500 umgesetzte Projekte mit. Mehr als 10.000 Anwenderinnen und Anwender arbeiten mit disy Cadenza, das kooperativ mit großen öffentlichen Kunden weiterentwickelt wird. Die Software ist bei Bundesministerien, Bundesämtern und -instituten ebenso im Einsatz wie in über 80 Landesministerien und Landeseinrichtungen, etwa in den Bereichen Umwelt, Verbraucherschutz, Statistik, Besoldung, Kultus und Infrastruktur, sowie bei Behörden der inneren Sicherheit und Landespolizeien.

Getrennt betrachtet lösen beide Plattformen jeweils einen Teil der Aufgabe. Ihr eigentlicher Mehrwert entsteht im Zusammenspiel.

Aus der Praxis: Meeresboden-Monitoring in Schleswig-Holstein

Wie das konkret aussieht, zeigt ein Projekt in Schleswig-Holstein. Das Land setzt bei seiner Digitalisierung gezielt auf die Kombination beider Lösungen. A12 kommt dort seit der landesweiten Ablösung von MS-Access-Anwendungen zum Einsatz, um Fachverfahren und Portale schnell und im Rahmen eines Citizen-Developer-Ansatzes umzusetzen. disy Cadenza ist die zentrale Lösung des Landes für Business Intelligence und Geoinformationssysteme. Gerade in der Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung, wo datengetriebene Anwendungen eine große Rolle spielen, liegt es nahe, beides miteinander zu verzahnen.

Für das Umweltministerium MEKUN entsteht derzeit eine integrierte Lösung zur Erfassung und Auswertung von Probenahmen für Mikroorganismen im Meeresboden. Die Datenerfassung läuft über ein A12-Fachverfahren, das eine proprietäre Altanwendung ablöst und innerhalb weniger Tage realisiert wurde. Die Auswertung übernimmt disy Cadenza mit Statistiken, Analysen und der Verarbeitung von Geodaten.

Spannend wird es dort, wo beide Welten ineinandergreifen. Wer eine Probe erfasst, legt die zugehörige Messstation direkt mit Koordinaten auf einer Karte fest, und die Analyse aus disy Cadenza ist unmittelbar in die A12-Fachanwendung eingebunden. Untersuchungsgebiete lassen sich direkt im Fachverfahren räumlich erfassen und in Cadenza auf der Karte visualisieren. Auch Monitoring-Zonen werden als Geo-Stammdaten angelegt und räumlich zugeordnet. Für die Sachbearbeitung bedeutet das: Fachprozess und Datenanalyse laufen in einer durchgängigen Anwendung, Fachdaten und räumlicher Kontext sind von Beginn an miteinander verbunden. Kein Export, kein Medienbruch, kein Wechsel zwischen Systemen.

Der nächste Schritt: Integration, die sich von selbst erledigt

Damit solche Lösungen nicht jedes Mal als individuelles Integrationsprojekt starten müssen, arbeiten mgm und disy an einem A12 Cadenza Connector, der die Verbindung beider Plattformen vereinfacht und weitgehend automatisiert. Daten aus A12 sollen damit ohne aufwendiges Setup automatisch für Cadenza bereitstehen. Ändert sich das Datenmodell in A12, wird diese Änderung automatisch an Cadenza übertragen. Visualisierungen aus Cadenza lassen sich out of the box in A12-Anwendungen einbetten, und wo mehr gebraucht wird, ist eine tiefe Dateninteraktion zwischen beiden Systemen möglich.

Das Zusammenspiel funktioniert in beide Richtungen. Diagramme, Indikatoren, Druckberichte oder komplette Dashboards erscheinen interaktiv direkt in der A12-Anwendung. Über Schnittstellen lassen sich Cadenza-Funktionen aus A12 aufrufen, und umgekehrt können Nutzer:innen aus Cadenza direkt in die Bearbeitungsmasken von A12 springen, etwa wenn bei einer Auswertung ein Datensatz auffällt, der korrigiert werden muss.

Was die Verwaltung davon hat

Hinter der Technik stehen vier Prinzipien, die für die Verwaltungsdigitalisierung relevant sind.

  • Nutzbare Daten statt Silos: Wenn Daten über einzelne Fachverfahren hinaus integriert und verknüpft werden, werden ganzheitliche Analysen möglich. Das schafft Transparenz und eine bessere Grundlage für Entscheidungen.
  • Wiederverwenden statt neu bauen: Wer auf bewährte Lösungen, gemeinsame Standards und wiederverwendbare Komponenten setzt, senkt Aufwand, Kosten und kommt schneller ans Ziel.
  • Souverän statt abhängig: Offene Standards und Schnittstellen erhalten die Freiheit bei der Wahl von Technologien und Partnern und machen Systeme zukunftssicher und interoperabel.
  • Schrittweise statt Big Bang: Eine Architektur, die aus konkreten Anforderungen herauswächst, lässt sich in kleinen Schritten mit sichtbarem Nutzen aufbauen. Das reduziert Risiken und macht Erfolge früh erkennbar.

Eingebettet in die A12 Public Sector Plattform

Die Integration von A12 und disy Cadenza ist Teil eines größeren Ansatzes: der A12 Public Sector Plattform (PSP). Sie ist als integrierte Gesamtlösung für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors angelegt und wird gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung weiterentwickelt. Auf der Plattform lassen sich neue Fachverfahren, Antragsportale und kombinierte Lösungen entwickeln, eigene Bausteine standardisiert bereitstellen, Drittlösungen wie disy Cadenza integrieren und Anwendungen direkt betreiben und weiterentwickeln. Die PSP ist produktionsreif und technisch kompatibel mit dem Deutschland-Stack. Sie unterstützt die Ende-zu-Ende-Digitalisierung für Bund, Länder und Kommunen und sichert digitale Souveränität von der Infrastruktur bis zur Endanwendung.

Sie möchten wissen, wie sich A12 und disy Cadenza in Ihrer Behörde kombinieren lassen? Sprechen Sie uns an unter hello.A12@mgm-tp.com oder wenden Sie sich direkt an disy unter kontakt@disy.net.

Dieser Beitrag ist Teil eines auf der SCCON gehaltenen Stand-Vortrags zum Thema „Fachanwendungen + 360°-Datennutzung. Souverän zusammengedacht“ von Janos Standt, Bereichsleitung Public Sector, mgm & Marcus Briesen, disy.

Weitere Informationen:

  • Website: A12 AI Low Code Plattform
  • Website: disy Cadenza

Janos Standt leitet bei mgm den Bereich Public Sector. Gemeinsam mit den verschiedenen Auftraggebern der öffentlichen Verwaltung bringt er digitale Anwendungssysteme in Produktion. Im Mittelpunkt steht eine effiziente Verwaltungsdigitalisierung, die er mit dem gezielten Einsatz der A12 Enterprise-Lowcode-Plattform vorantreibt. Zudem vertritt er mgm als Mitglied beim Nationalen E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ), dem Databund, der German Low Code Association, der Open Source Business Alliance (OSBA) sowie in weiteren Gremien.
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