Der Deutschland-Stack kommt: Die Architektur steht, Fachverfahren müssen folgen

Zuletzt aktualisiert am: 24. September 2026

Mit dem Beschluss des IT-Planungsrates vom 17. Juni 2026 hat der Deutschland-Stack eine neue Verbindlichkeit erhalten. Bund und Länder haben sich auf fünf zentrale Basiskomponenten geeinigt: Identität und Vertrauen (eID, EUDI-Wallet, BundID), Datenaustausch über FIT-Connect, Datenabruf über NOOTS, den zentralen Bezahldienst und das zentrale Postfach. Der Aufbau läuft iterativ bis 2028.

Was dieser Beschluss für die Verwaltung bedeutet: Die technische Infrastruktur wird kommen. Was fehlt, ist eine ebenso klare Antwort auf die entscheidende operative Frage: Wie gestaltet man Fachverfahren so, dass sie schon heute für den Deutschland-Stack vorbereitet sind?

Was der Deutschland-Stack (noch) nicht regelt

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) beschreibt den Deutschland-Stack als technische Architekturgrundlage für digital souveräne Verwaltungslösungen. Er verfolgt einen breiten Ansatz: von Low Code über Künstliche Intelligenz bis hin zu Daten und Beschaffung. Die Architekturvorgaben sehen API-First-Entwicklung, Wiederverwendbarkeit, und eine durchgängige Ende-zu-Ende-Digitalisierung vor.

Was der Deutschland-Stack jedoch offen lässt, ist der Weg zur konkreten Umsetzung in den Fachverfahren. Wie ein Meldeportal, ein Baugenehmigungsverfahren oder ein Steuerformular so gestaltet wird, dass es nahtlos an eID, FIT-Connect und Bezahldienst andockt. Dies ist heute noch weitgehend Gestaltungsaufgabe der Länder und Kommunen.

Warum Behörden jetzt starten sollten

Ein häufiger Reflex in der Verwaltung ist: abwarten, bis Standards final sind. Beim Deutschland-Stack wäre das aber ein strategischer Fehler. Denn er wird nicht zu einem festen Termin freigeschaltet, er entsteht iterativ. Wer heute beginnt, Fachverfahren in der richtigen Architektur aufzubauen, verschafft sich langfristig einen Vorsprung. Wer wartet, riskiert technische Schulden, die später teuer zu tilgen sind.

Die Empfehlung lautet daher: Mit einem realen Fachverfahren beginnen, nicht mit einem Konzept. Die Fachlichkeit in offenen Modellen beschreiben, Open Source als Standard setzen und die Anbindung an eID, FIT-Connect und Bezahldienst von Anfang an einplanen.

Mit der „A12 Public Sector Plattform“ (A12 PSP), die perspektivisch die OZG-Cloud als kommunale Übermittlungsschicht integriert, bereitet mgm bereits heute Fachverfahren vor, die sich an die Architekturkriterien des Deutschland-Stacks leicht andocken lassen.

Open Source als neuer Standard, nicht als Option

Mit der Reform der EVB-IT-Standardverträge im März 2026 hat sich das beschaffungsrechtliche Bild grundlegend gewandelt: Open Source ist bei Neuentwicklungen jetzt der Regelfall. Wer eine proprietäre Lösung beschaffen will, muss das begründen, nicht umgekehrt. Das ist eine strukturelle Verschiebung, die Vergabeverfahren und Produktentscheidungen gleichermaßen beeinflusst.

Für Verwaltungen und ihre IT-Dienstleister bedeutet das: Produktentscheidungen, die heute getroffen werden, müssen Open Source nicht mehr rechtfertigen. Die Frage lautet nicht mehr „Warum Open Source?”, sondern „Warum nicht?”

A12: Im Deutschland-Stack verortet, in der Verwaltung bewährt

Die A12 AI Low Code Plattform erfüllt konsequent die Anforderungen des Deutschland-Stacks. Sie ist quelloffen unter der EUPL 1.2 lizenziert, auf openCode veröffentlicht und erweiterbar auf allen Ebenen. A12 ist seit langem in der öffentlichen Verwaltung im Einsatz – unter anderem bei der Steuer-Plattform ELSTER, dem OZG-Antragsportal der Steuerberatungskammer sowie bei der Access-Ablösung in Schleswig-Holstein.

„Digitale Souveränität ist Voraussetzung für einen handlungsfähigen Staat. Das ZenDiS stellt mit openCode die dafür notwendige Infrastruktur. Auf der Plattform können Verwaltungen föderal übergreifend Open-Source-Software weiterentwickeln und nachnutzen. Dass mgm A12 unter EUPL 1.2 öffnet, ist genau die Art von Commitment, die wir uns von Technologieanbietern für den öffentlichen Sektor wünschen“, so Leonhard Kugler, Geschäftsführer Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS)  

Die Plattform ist konsequent an den sechs Bewertungskriterien des Deutschland-Stacks ausgerichtet:

  • Souveränität: EUPL 1.2, Quellcode auf openCode veröffentlicht, Hersteller in Deutschland ansässig
  • Interoperabilität: API-First-Architektur mit offenen, vollständig dokumentierten APIs, ohne proprietäre Pflichtkomponenten
  • Betrieb: ausgelegt für kommunale Rechenzentren, Deutsche Verwaltungscloud und OZG-Cloud, kubernetesbasiert mit Hochverfügbarkeit
  • Nachnutzung: nachnutzbare Modelle und Fachverfahren über openCode, EfA-fähig
  • Sicherheit: rollen- und attributbasierte Zugriffssteuerung (RBAC/ABAC), BSI-Grundschutz-fähig, nachvollziehbare KI-Entscheidungen
  • Barrierefreiheit: WCAG 2.1 AA und BITV 2.0 ab Werk

Die konsequente Trennung der Fachlichkeit in Modellen von der zugrundeliegenden Technik in A12 ermöglicht Verwaltungen ihre technische Basis modern zu halten, ohne die fachliche Logik immer wieder aufs Neue abzubilden und verlängert dadurch die Lebensdauer der resultierenden Anwendung.

Der Deutschland-Stack kommt: Fachverfahren jetzt gestalten

mgm begleitet Verwaltungen dabei, Fachverfahren so zu gestalten, dass sie die Anforderungen des Deutschland-Stacks von Anfang an erfüllen. Das umfasst die fachliche Modellierung in A12, die technische Anbindung an die zentralen Basiskomponenten und die Beratung zur Open-Source-Beschaffung.

Der Deutschland-Stack bildet zukünftig die technische Grundlage der deutschen Verwaltungsdigitalisierung. Die Basiskomponenten sind beschlossen, die Architekturvorgaben haben Weisungscharakter, Open Source ist der neue Beschaffungsstandard. Was fehlt, ist die breite Umsetzung in den Fachverfahren. Das ist eine Gestaltungsaufgabe und ein Zeitfaktor. Fachverfahren, die heute in der richtigen Architektur entstehen, müssen morgen nicht nachgebessert werden. mgm und A12 sind bereit.Jetzt starten, nicht warten. Sprechen Sie uns gerne an.

Weitere Informationen:

Markus Michels ist Senior Program Manager bei mgm technology partners. Er verantwortet unter anderem die Open Source-Schaltung der A12 AI Low Code Plattform.
Die mobile Version verlassen