„UI/UX darf kein losgelöstes Luftschloss sein“

Als UI/UX-Designer sind Livia Böhme und Fred Funke in den Produktionsprozess eines React-basierten Frameworks eingebunden. In der experten.werkstatt der solutions.hamburg teilen die Experten ihre Erfahrungen darüber, wie Entwicklung und UI/UX-Design am besten ineinandergreifen und welche speziellen Herausforderungen beim UI/UX-Design eines Frameworks auftreten.

Redaktion: Als UI/UX-Team seid Ihr ganz nah an den Bedürfnissen der Nutzer. Was genau sind Eure Schwerpunkte?

Fred: Wir sind dafür zuständig, dass die Anwendung vom Nutzer bestmöglich bedienbar ist. Mein Fokus liegt dabei auf Fragen wie beispielsweise: Wie gehen die Nutzer durch die Anwendung? An welcher Stelle oder zu welchem Zeitpunkt wird eine bestimmte Funktion erwartet? Durch das User-Interface-Design kann ich die konzeptionellen funktionalen Lösungen dann optisch verfeinern, so dass sie dem Nutzer im richtigen Moment zur Verfügung stehen, aber nicht ablenken, wenn sie nicht benötigt werden.

Livia: Wir wollen Oberflächen entwickeln, die effektiv, effizient und mit Freude zu bedienen sind. Das lässt sich in der Regel nicht einfach in einem Bild festhalten. Wie also definiert und übergibt man Usability-Anforderungen für ein Framework an Techniker und Business Analysten? Diese Kommunikation und die Sensibilität für die Bedürfnisse der Endanwender ist ein großer Schwerpunkt meiner Arbeit.

Redaktion: Was macht für Euch den größten Reiz aus, an einem Framework mitzuarbeiten?

Unsere UI/UX-Lösungen sollen unabhängig von einer konkreten Business-Domäne einsetzbar sein.

Livia: Die Idee hinter dem Framework besteht ja darin, eine Art Baukasten für Geschäftsanwendungen zu entwickeln. Eine interessante Herausforderung dabei ist, sehr komplexe Prozesse verständlich und generalisierbar zu machen. Unsere UI/UX-Lösungen sollen unabhängig von einer konkreten Business-Domäne einsetzbar sein. In der Regel liegt Enterprise-Applikationen eine sehr komplexe Informationsarchitektur zugrunde. Ein spannender Aspekt unserer Arbeit ist deswegen auch die Erarbeitung von allgemeinen Richtlinien, um Informationen zu strukturieren und  zu priorisieren.

Fred: Allgemeingültige Lösungen zu finden erfordert oftmals auch, dass wir in vielen Bereichen erst einen Schritt zurück gehen, um zu abstrahieren und vorausschauende Lösungen zu finden – nur so lassen sich die Bausteine am Ende an verschiedensten Stellen miteinander kombinieren um letzten Endes ein konsistentes Nutzererlebnis zu garantieren.

Redaktion: Wie sieht bei Euch die Schnittstelle zur Technik und den Entwicklern aus?

Fred: Das ist ein spannender Aspekt in jedem Projekt. Wir haben gelernt, dass eine scharfe Abgrenzung nicht sinnvoll ist. Unser Aufgabenbereich weitet sich schon länger auch auf Konzeption und Business-Analyse aus. Zudem ist ein Verständnis für die Technik notwendig, um realisierbare Lösungen zu finden. Die Bereiche überlappen sich und greifen nahtlos ineinander. UI/UX darf kein losgelöstes Luftschloss sein.

Livia: Das Denken in klassischen Rollen ist nicht mehr zeitgemäß. Durch die heutigen Abhängigkeiten und Möglichkeiten verschwimmen die Übergänge. Projektintern haben wir die Möglichkeit, organisatorische Modelle für einen effektiven Softwareentwicklungsprozess anzupassen. Unser aktuelles Vorgehen möchten wir gerne im Vortrag vermitteln und anhand von Beispielen illustrieren. Es reicht heutzutage nicht mehr aus, Anwendungen zu bauen, die hauptsächlich funktionieren und fehlerfrei laufen. Sie sollten auch für die Nutzer optisch ansprechend und intuitiv bedienbar sein.

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